Über die Freunde Durrutis


Kommunistische Union
Geschichte Durruti Spanien KU

Der Juli steht für die anarchistische Bewegung gemeinhin im Kontext der sozialen Revolution in Spanien von 1936 bis 1939 – dem bekanntesten und weitreichendsten sozialistischen Gesellschaftsversuch, den der Anarchismus in seiner Geschichte hervorgebracht hat. Wir wollen uns zu diesem Anlass einem weniger behandelten Kapitel aus dieser Zeit widmen: den Freunden Durrutis.

Die Freunde Durrutis waren eine Fraktion innerhalb der Bewegung, die sich im März 1937 gründete und sich zunächst überwiegend aus Mitgliedern der Milizkolonne Durrutis nach dessen Tod zusammensetzte. Sie bildeten sich als Reaktion auf den schleichenden Niedergang der revolutionären Errungenschaften sowie auf die Regierungsbeteiligung der CNT. Aus drei Gründen ist diese Geschichte für uns heute relevant:

  1. Die Freunde Durrutis und ihre programmatische Schrift „Towards a Fresh Revolution" (Auf dem Weg zu einer neuen Revolution) sind – neben der Organisationsplattform von 1926, die in diesem Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum feiert – ein wichtiger Baustein der historischen Entwicklung des Plattformismus.
  2. Die Beschäftigung mit den Freunden Durrutis ist zugleich eine Beschäftigung mit dem Scheitern der sozialen Revolution in Spanien sowie mit dem Revisionismus von Teilen der damaligen Bewegung. Dies kann uns wichtige Lehren für die Zukunft bieten.
  3. Schlussendlich zeigen uns die Freunde Durrutis eindrucksvoll, warum es eine spezifische Organisation von Revolutionären einheitlichen Typs benötigt und warum es nicht ausreicht, sich lediglich auf eine anarchosyndikalistische Massengewerkschaft zu konzentrieren.

Die Freunde Durrutis wuchsen auf ihrem Höhepunkt im Mai 1937 rasch auf 4.000 bis 5.000 Mitglieder an und spielten eine entscheidende Rolle im Kontext der Maikämpfe gegen die stalinistische Konterrevolution. Der sogenannte „Bruderkrieg“ entzündete sich im Verlauf der schrittweisen Zurückdrängung der revolutionären Errungenschaften und des Ausbaus stalinistischen Einflusses am 3. Mai 1937, als die Telefónica, also das Kommunikationsnetz, gewaltsam den Händen von CNT und UGT entrissen wurde.

In Barcelona strömten daraufhin Tausende Arbeiter auf die Straßen, errichteten in der gesamten Stadt Barrikaden, und es kam zu tagelangen blutigen Konfrontationen mit den von den Stalinisten wieder eingesetzten und kontrollierten Polizeieinheiten. Diese Reaktion des revolutionären Proletariats war der herausragendste Moment, um die aus Moskau gesteuerte Konterrevolution und die wieder erstarkte Bourgeoisie Spaniens zurückzudrängen.

Die Freunde Durrutis hatten an diesem Versuch einen wichtigen Anteil, doch auch die trotzkistische POUM und andere antistalinistische Kräfte schlossen sich den Kämpfen an. Die Maikämpfe waren ein spontaner Aufstand der revolutionären Basis, der von den Führungen aller revolutionären Fraktionen missbilligt und im Falle der CNT sogar aktiv hintergangen wurde.

Diese Divergenz zeigt den klaren Versuch der Basis, die Revolution zu erneuern, und verdeutlicht zugleich die Notwendigkeit, in zukünftigen Revolutionen revisionistische Tendenzen frühzeitig zu unterbinden.

„Schon am 8. oder 9. Mai veröffentlichten die »Amigos de Durruti« ein Manifest, in dem sie die gegen sie erhobenen Anschuldigungen zurückwiesen und der Führung der libertären Bewegung vorwarfen, den bereits errungenen Sieg verschenkt zu haben. Die Haltung der CNT-Komitees während der Maitage wird als »Verrat« bezeichnet:

»Wir kennen die Treintistas des Regionalkomitees nur zu gut. Wir sind die ›Freunde Durrutis‹ und besitzen genügend moralische Autorität, um diese Individuen zu desavouieren, die aus Unfähigkeit und Feigheit die Revolution und die Arbeiterklasse verraten haben. Wenn wir keinen Feind mehr vor uns haben, übergeben sie erneut die Macht an Companys und das Kleinbürgertum und darüber hinaus die öffentliche Ordnung der reaktionären Regierung in Valencia sowie den Verteidigungsrat General Pozas. Der Verrat hat enormes Ausmaß angenommen. Die wesentlichen Garantien der Arbeiterklasse – Sicherheit und Verteidigung – werden unseren Feinden auf einem Silbertablett serviert.«

Im Widerspruch zur offiziellen Position der CNT behaupten die »Amigos de Durruti«, dass der Arbeiteraufstand der vorangegangenen Tage nicht nur das Ziel gehabt habe, eine Provokation der Polizeikräfte zurückzuschlagen – ebenso wenig, wie sich jener vom 19. Juli 1936 darauf beschränkt habe, die Republik gegen den faschistischen Putsch zu verteidigen. Die Opfer der Arbeiterklasse wären nur dann sinnvoll gewesen, wenn diese zum Gegenangriff übergegangen wäre, mit dem Ziel, »die kleinbürgerliche Etappe der Revolution zu überwinden« und »eine hundertprozentige Arbeitervorherrschaft« einzurichten. Angesichts des Versagens der Führungsgremien sei die Bewegung am Mangel an Koordination und revolutionären Zielsetzungen gescheitert.“


„Betrieb die POUM-Führung aufgrund des Drucks, dem sie von links und rechts ausgesetzt war, eine inkonsequente, schwankende Politik, so fiel die CNT-Führung ihrer eigenen Basis glatt in den Rücken, als die Kämpfe ihre größte Ausdehnung erreichten. Seit dem 4. Mai blies das Regionalkomitee unaufhörlich zum Rückzug und forderte die Arbeiter auf, an ihre Arbeitsplätze zurückzukehren. Tags darauf wurden diese Appelle durch Rundfunkansprachen von Federica Montseny (CNT-Gesundheitsministerin der Zentralregierung) und García Oliver (CNTJustizminister der Zentralregierung) verstärkt. Ihre Wirkung auf die Kombattanten war niederschmetternd:

»Mit weinerlichen, bewegten Beschwörungen baten sie die Arbeiter, den verheerenden Bruderkrieg einzustellen und die Arbeit wieder aufzunehmen; es gelte zuvörderst, den Krieg gegen Franco zu gewinnen. Erst wollte ein Teil der anarchistischen Arbeiter nicht glauben, dass dort ihre Führer sprachen, dann aber waren ihre Erbitterung und Enttäuschung grenzenlos. Aus Wut, Scham und Empörung zerrissen zahlreiche Angehörige der FAI und der CNT ihre Mitgliedsbücher, warfen sie in die Feuer hinter den Barrikaden, über denen noch die Töpfe ihrer Suppe brodelten. Haufenweise verließen sie ihre Stellungen und nahmen ihre Waffen mit, um sie in Sicherheit zu bringen.«

Der Gegensatz zwischen der »historischen Führungsgarnitur« des spanischen Anarchismus und den radikalisierten, durch das ständige Zurückweichen erbitterten Sektoren des anarchistischen »Fußvolks« konnte größer kaum sein. Während sich beispielsweise Diego Abad de Santillán ebenfalls die These vom tragischen Bruderkrieg zu eigen machte, verteilten die »Amigos de Durruti« bereits am 5. Mai auf den Barrikaden ein Flugblatt, aus dem zumindest indirekt hervorging, dass sie die reaktionäre Dynamik, die aus der Akzeptanz des antifaschistischen Einheitsmythos erwuchs, erkannt hatten. Ihre Forderungen kreisten nicht um die demokratische Schlinge des Antifaschismus, sondern wiesen eine proletarisch-revolutionäre Stoßrichtung auf.

Kommen wir nun zu der herausragenden Schrift der Freunde Durrutis: „Towards a Fresh Revolution“. Sie entstand Mitte des Jahres 1938 in dem Bewusstsein, dass der damalige Revolutionszyklus höchstwahrscheinlich bereits verloren war.

Der Text beginnt mit einer Beschreibung der Voraussetzungen der sozialen Revolution und verteidigt deren proletarischen Charakter gegenüber der bürgerlichen Geschichtsschreibung. Besonders spannend wird die Schrift bei der Frage, warum die CNT nicht in der Lage oder nicht willens war, die soziale Revolution konsequent durchzuführen und stattdessen die bürgerliche Regierung am Leben zu erhielt.

„Was geschah, musste geschehen. Der CNT fehlte jegliche revolutionäre Theorie. Wir hatten kein konkretes Programm. Wir wussten nicht, wohin die Reise gehen sollte. Wir hatten zwar reichlich lyrische Worte, aber letztendlich wussten wir nicht, was wir mit unseren Arbeitermassen anfangen oder wie wir dem Volksaufstand, der in unseren Organisationen aufbrach, Substanz verleihen sollten. Weil wir nicht wussten, was zu tun war, lieferten wir die Revolution der Bourgeoisie und den Marxisten, die die Farce von einst unterstützten, auf dem Silbertablett aus. Schlimmer noch: Wir gaben der Bourgeoisie Zeit zum Durchatmen, damit sie zurückkehren, sich neu formieren und sich wie ein Eroberer benehmen konnte.“

Nachfolgend reflektieren die Freunde Durrutis die Ereignisse rund um die Maikämpfe. Sie vertreten sogar die Auffassung, dass auf der Straße bereits ein faktischer Sieg über die Konterrevolution errungen worden sei und dieser allein durch den Verrat der CNT-Führung nicht zu einer Erneuerung der sozialen Revolution vom Juli 1936 habe führen können. Nach dieser Lesart trugen die revisionistischen Kräfte innerhalb der CNT einen erheblichen Anteil daran, dass es in der Folge zu den stalinistischen Säuberungen und Liquidierungen kommen konnte.

Diese Einschätzung erscheint zumindest plausibel im Kontext einer Situation, in der sich die konkrete Machtfrage stellte. Es handelte sich um eine Situation des Entweder-oder: Setzen sich die Stalinisten und die mit ihnen verbündeten bürgerlichen Kräfte durch – oder das revolutionäre Proletariat? Tatsächlich wurden die revolutionären Errungenschaften, die Kollektivierungen und die Selbstverwaltungsstrukturen bereits vor dem Sieg Francos in wesentlichen Teilen zurückgedrängt und zerschlagen.

Gerade dies macht die Rolle und die Fragestellungen der Freunde Durrutis so zentral. Sie zeigen auf, wie wichtig es ist, die revolutionären Bestrebungen einer Volksbewegung, wie sie in Spanien für den anarchistischen Kommunismus existierte, konsequent bis zur vollständigen Durchsetzung des Sozialismus weiterzuführen. Nicht aufs Ganze zu gehen, aus Angst, die Unterstützung parlamentarischer Demokratien oder der Sowjetunion im Kampf gegen den Faschismus zu verlieren, war ein grundlegender Fehler der anarchistischen Führung in Spanien.

Weder wurde durch die Aufrechterhaltung staatlicher Strukturen und des Einflusses der Bourgeoisie erreicht, dass die Republik nennenswerte zusätzliche Unterstützung erhielt, noch konnte auf diesem Weg eine tatsächliche sozialistische Ordnung verwirklicht werden, in der die Arbeiterklasse die Macht innehatte. Mehr noch: Relevante Teile der Unterstützung durch die Sowjetunion und bürgerliche Akteure wurden letztlich für die Konterrevolution eingesetzt und nicht für den Kampf gegen den Faschismus.

Wäre die Bewegung damals aufs Ganze gegangen, hätte zumindest die Möglichkeit bestanden, dass sich die soziale Revolution ausweitet – über die Grenzen Spaniens hinaus, getragen von dem leuchtenden Beispiel ihrer Errungenschaften. Stattdessen verflog nach der anfänglichen Euphorie des ersten halben Jahres ein großer Teil des Kampfgeistes und der internationalen Anziehungskraft dieses Gesellschaftsexperiments. Die Revolution erstickte zunehmend in der Bürokratie der sich rekonstruierenden bürgerlichen Regierung, in der schrittweisen Zersetzung des eigenen revolutionären Charakters der CNT und im konkreten Verlust jener Errungenschaften, für die die Genossen an der Front letztlich kämpften und starben.

Doch die Schrift geht über eine bloße Rekapitulation der Ereignisse hinaus, die zum Niedergang der Revolution führten. Sie formuliert konkrete Maßnahmen, die 1937 hätten ergriffen werden können, um das Ruder sowohl für die Revolution als auch für den Kampf gegen den Faschismus noch einmal herumzureißen. Dabei betont sie die zentrale Rolle der Gewerkschaften, denen als einzigem Organ die Kontrolle über sämtliche Bereiche der Gesellschaft hätte zukommen sollen – so, wie es der Anarchosyndikalismus grundsätzlich vorsieht.

Der aus damaliger wie heutiger Sicht wohl kontroverseste Punkt des Programms der Freunde Durrutis ist die Forderung nach der Einführung einer Revolutionsjunta, die nach folgenden Grundsätzen organisiert sein sollte:

„Dieses Gremium wird wie folgt organisiert sein: Die Mitglieder der revolutionären Junta werden in den Gewerkschaftsorganisationen demokratisch gewählt. Die Zahl der an der Front befindlichen Genossen wird berücksichtigt; diese Genossen müssen ein Recht auf Vertretung haben. Die Junta wird sich aus Wirtschaftsangelegenheiten heraushalten, die ausschließlich den Gewerkschaften vorbehalten sind.
Die Funktionen der revolutionären Junta sind folgende:
a. Die Kriegsführung
b. Die Überwachung der revolutionären Ordnung
c. Internationale Angelegenheiten
d. Revolutionäre Propaganda.
Posten sollen regelmäßig neu besetzt werden, damit sich niemand an sie bindet. Die Gewerkschaftsversammlungen werden die Aktivitäten der Junta kontrollieren.“

Am Ende des Tages ist dieses Konzept ein Beispiel für eine Situation des Überlebenskampfes des Sozialismus im Kontext des Krieges gegen den Faschismus und der Entwicklung der Konterrevolution in den eigenen befreiten Gebieten. Es stellt einen realistischen Vorschlag für notwendige Entscheidungen dar, die in einer solchen Situation getroffen werden müssen, ohne den Grundsatz der Arbeiterkontrolle über jene Machtinstrumente aufzugeben, die notwendig sein können, um den Überlebenskampf des Sozialismus zu gewinnen.

Denn solange es keine Revolution auf Weltniveau gibt, werden soziale Revolutionen stets mit der Möglichkeit ihrer Vernichtung konfrontiert sein. Dies stellt nach unserem Verständnis keinen Bruch mit den Grundsätzen unserer Tendenz dar, sondern einen Versuch, den Sozialismus unter den Bedingungen des Bürgerkriegs aufrechtzuerhalten. Ebenso wenig geht damit eine angebliche „Bolschewisierung“ einher. Der eigentliche Bruch mit den revolutionären Prinzipien des Anarchismus lag vielmehr in der Regierungsbeteiligung, der Aufrechterhaltung des politischen Einflusses der Bourgeoisie und der Duldung der stalinistischen Konterrevolution.

Eine Revolution ist keine Situation der reinen Lehre. Antworten müssen in einer solchen Situation gefunden werden, die die Macht in den Händen der Arbeiterklasse halten – mit allen Mitteln, die dafür notwendig sind. Andernfalls wird auch eine zukünftige Revolution scheitern.

„Nach ihrer eigenen Aussage führten die »Amigos de Durruti« mit der »Revolutionären Junta« eine »kleine Variante« in den Anarchismus ein. Zuweilen wurden sie deswegen auch als »bolschewisierte Anarchisten« betrachtet, die sich »zutiefst mit der POUM kompromittiert« hätten. In der Tat stellt die Revolutionäre Junta die Frage nach der politischen Macht, jedoch in einer Weise, die die Prärogativen der Gewerkschaften und freien Kommunen unangetastet ließ.

In der libertären Bewegung Spaniens war immer noch die Vorstellung verbreitet, die kleinbürgerlichen Schichten der Bevölkerung dürften keinem Zwang ausgesetzt werden und sollten allein durch das »Beispiel« der Anarchisten zur »Einsicht« gebracht werden. Die »Amigos de Durruti« hingegen hatten aus den Erfahrungen seit der Juli-Revolution ihre Lehren gezogen und jenen Träumereien eine klare Absage erteilt. Die Einsetzung einer Junta sollte eine Art revolutionärer »Vormundschaft« der fortgeschrittensten Teile der Arbeiterklasse konkretisieren, solange, bis sich die neue Ordnung konsolidiert habe:

»Die Barrikadenkämpfer sind es, die die Revolution verteidigen, und sie sind die Einzigen, die die Resultate des Triumphs weder verkaufen noch verraten werden.«

Die aktuellen Ereignisse, von denen in den verschiedenen Nummern des »Amigo del Pueblo« die Rede ist, machen deutlich, wie gerechtfertigt die Forderung nach einer »Revolutionären Junta« war. Ob es sich nun um die Auflösung der Kontrollpatrouillen (Nr. 1 und 3), die Abschaffung der Volksgerichte (Nr. 1), die Haftbedingungen der Revolutionäre (Nr. 6), den Prozess gegen die POUM und die Ermordung Andrés Nins (Nr. 6), das Verbot jeglicher politischer Betätigung in der Armee (Nr. 5) oder die Angriffe der stalinistischen »Division Lister« gegen die aragonesischen Kollektive (Nr. 7) handelt – all dies bezeugt den schrittweisen Triumph der Konterrevolution, dem schließlich mittelbar auch die »Amigos de Durruti« zum Opfer fielen.

Dies führt den Vorwurf der Bolschewisierung des Anarchismus durch Ansätze, wie sie die Freunde Durrutis und andere Vertreter unserer Tendenz verfolgten und bis heute verfolgen, erneut ad absurdum:

„Nichts weist aber darauf hin, dass diese Zusammenarbeit (Anmerkung KU: mit der POUM) – die eigentlich nichts anderes besagt, als dass die »Amigos de Durruti« frei von antimarxistischen Vorurteilen waren – darüber hinaus zu einer regelrechten ideologischen Beeinflussung geführt hätte, geschweige denn zu einer organisatorischen Bindung.

In einem Artikel des »Amigo del Pueblo« verteidigt sich Jaime Balius (Anmerkung KU: Jaime Balius war einer der herausragenden Genossen der Freunde Durrutis) geschickt gegen den Vorwurf des »Marxismus« – ohne näher auf den Begriff einzugehen und ohne dabei die ihm sonst durchaus geläufigen Unterscheidungen zu treffen. Gewiss ist dies ein taktisches Verhalten, da sich der Artikel hauptsächlich an anarchistische Leser richtet; doch wäre ein solches Schweigen nur schwer vorstellbar, wenn die »Amigos de Durruti« zur selben Zeit eine programmatisch relevante Zusammenarbeit mit marxistischen Fraktionen praktiziert hätten.“

Vielmehr standen die Freunde Durrutis – ebenso wie ihr Namensgeber Durruti selbst – für einen kompromisslosen Kampf um den Kern dessen, was den Anarchismus auszeichnet.

Am Ende teilen wir selbstverständlich nicht jede Analyse, Sichtweise und Schlussfolgerung der Freunde Durrutis. Ihr Wirken und ihre Texte sind jedoch ein lebendiges Zeugnis ihrer Zeit – ähnlich wie die historische Organisationsplattform von 1926 –, aus deren Lehren wir auch heute, nach einer kritischen Auseinandersetzung, noch viel gewinnen können.

Die Organisationsplattform von 1926 lässt sich dabei besser auf den heutigen Kampf übertragen. Das liegt sicherlich auch daran, dass sie einige Jahre nach der tatsächlichen Niederlage der anarchistischen Bewegung in der Russischen Revolution entstand, während die Freunde Durrutis noch mitten im revolutionären Prozess standen und sich ihre Geschichte nach der vollständigen Niederlage der Revolution verlor.

Die Texte der Freunde Durrutis eignen sich daher vor allem für eine konkrete Analyse und Lehre aus der Spanischen Revolution selbst, während die Organisationsplattform von 1926 Grundprinzipien und allgemeine Ansätze unserer Tendenz formulierte und versuchte, diese auch für zukünftige Revolutionen nutzbar zu machen.

Wer weiß, welchen Verlauf die Geschichte genommen hätte, wenn die Lehren der Organisationsplattform von 1926 zehn Jahre später stärkeren Einfluss auf die soziale Revolution in Spanien gehabt hätten. Hätten sich die Freunde Durrutis bereits im Vorfeld als Organisation konstituiert und wären sie nicht erst während der revolutionären Umwälzungen als Reaktion auf deren Niedergang entstanden, wäre möglicherweise deutlich mehr möglich gewesen.

Schlussendlich hat die anarchistische Bewegung bis heute viel zu wenig aus den Lehren ihrer eigenen Revolutionsgeschichte gelernt. Nach wie vor wird die plattformistische Tendenz von vielen als „Bolschewisierung“ abgestempelt, während andere Teile der anarchistischen Szene heute kaum mehr darstellen als politische Selbstbeschäftigung. So werden sie kaum in der Lage sein, einen nennenswerten Beitrag zu einem revolutionären Umsturz des Kapitalismus zu leisten.

Als Kommunistische Union haben wir den Anspruch, aus den Lehren der Vergangenheit sowie der Weiterentwicklung unserer Analyse und Theorie einen Ausweg aus dieser Situation aufzuzeigen.

Tretet mit uns in Kontakt, baut unsere Tendenz bundesweit auf und organisiert euch jetzt!

Es lebe das ruhmreiche Andenken an die Freunde Durrutis – schaffen wir die Grundlage für eine neue Revolution!

Quellen und Texte zu den Freunden Durrutis:

  1. https://www.anarchismus.at/texte-zur-spanischen-revolution-1936/die-cnt-fai/777-nosotros-agentesprovocadores-anmerkungen-zur-geschichte-der-amigos-de-durruti
  2. auch als Broschüre verfügbar: https://black-mosquito.org/de/amigos-de-durruti.html https://libcom.org/article/towards-fresh-revolution-friends-durruti

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