Interview ASJ- Berlin


Helge Doehring
Interview Geschichte ASJ

Interview vom A-Radio Berlin mit einem Mitglied der ASJ-Berlin zu deren 6-jährigen Bestehen (2015), transkribiert und leicht geglättet von Helge Döhring.

Intro:
Vor kurzem feierte die Anarcho-Syndikalistische Jugend Berlin, die ASJ-Berlin ihr 6. Jubiläum. Wir nahmen dies zum Anlaß, mit einem ihrer Mitglieder ein Interview zu führen. Einen weiteren Beitrag zur ASJ mit einem mehr historischem Fokus findet ihr auf unserem Blog unter a-radio.blogsport.de. Ich bin jetzt hier mit einem Mitglied der ASJ-Berlin, der Anarcho-Syndikalistischen Jugend Berlin.

[Frage:] Es ist nicht lange her, dass die Anarcho-Syndikalistische Jugend in Berlin ihr 6. Jubiläum feierte. War das ein Grund zum Feiern?

[Antwort:] Also ich denke, auf jeden Fall schon. Also in den sechs Jahren ist viel passiert. Wir haben konstant als Gruppe viele Veranstaltungen, viele Aktionen gemacht. Da gab es natürlich immer mal gute und schlechte Zeiten. Aber konstant haben wir gearbeitet und wenn man das aus einem historischen Kontext sieht, halt auch erstmals wieder anarcho-syndikalistische, explizit anarcho-syndikalistische Gruppen, die seit über 75 Jahren überhaupt existieren mal wieder. Mit einer Ausnahme in den 1990ern. Aber da vielleicht später zu. Von daher, würd ich sagen, schon ein Grund zum Feiern. Sechs Jahre, immerhin.

Ihr versteht euch ja, wie der Name schon sagt, als anarcho-syndikalistische Gruppe. Wo würdest du da die Unterschiede sehen zwischen eurer Arbeit und der vielleicht von den explizit anarchistisch ausgerichteten Gruppen?

Kommt natürlich ganz drauf an. Also anarchistische Gruppen ist ja erstmal ein weites Feld. Also es gibt ja eine Vielzahl von anarchistischen Gruppen. Was uns natürlich auszeichnet, ist, dass wir eine klar anarcho-syndikalistische Gruppe sind. Das heißt, unsere Mitglieder vertreten den Anarcho-Syndikalismus und das ist ja bei anderen Gruppen, die teilweise auch aus Anarchosyndikalistinnen bestehen, jetzt nicht das Schwerpunktgebiet. Das vielleicht als ein Unterschied. Ich glaub, ein großer Unterschied ist auch, dass wir eine offene anarchistische Gruppe sind im Vergleich zu vielen anderen anarchistischen Gruppen, arbeiten die ja nicht ganz so in der Öffentlichkeit, zeigen nicht ihr Gesicht. Es ist teilweise schwierig, auch in die Strukturen reinzukommen. Das mag auch seine berechtigten Gründe haben. Aber für uns ist es wichtig, auch öffentliche Anlaufstelle zu sein für junge Menschen, die sich für Anarchismus oder Anarcho-Syndikalismus interessieren. Das ist, glaube ich, ein großer Unterschied im Vergleich zu anderen anarchistischen Strukturen und Spektren.

Was die inhaltliche Arbeit angeht, was sind das für Unterschiede in der anarcho-syndikalistischen Arbeit, vergleichen mit anderen anarchistischen Ansätzen?

Wie viele andere anarchistische Gruppen wollen wir natürlich auch die soziale Revolution und streben die an, sehen aber den Fokus in der Ökonomie und denken, dass man mit der Aneignung der Produktionsmittel eine kapitalistische Wirtschaft, auch kapitalistische Unterdrückung überwinden kann und sehen das ganz klar als unser Aufgabenfeld, da anzusetzen, was nicht bedeuten soll, dass wir andere Unterdrückungsmechanismen als Nebenwidersprüche sehen. Sondern ich denke, eine anarcho-syndikalistische Gruppe muß einmal den ökonomischen Kampf führen, muß im ökonomischen Bereich tätig sein, genauso wie im politischen-gesellschaftlichen Bereich. Denn, ich denke, das ist ganz klar, wenn der Kapitalismus abgeschafft ist, wird es weiterhin patriarchale Unterdrückung geben, sexistische Unterdrückung, Rassismus. Also damit allein ist es nicht getan. Und so ist es, glaub ich, wichtig, eine Schnittstelle herzustellen zwischen Unterdrückungsmechanismen in der Gesellschaft, aber auch ökonomische Unterdrückung. Ich denke, der Anarcho-Syndikalismus zeichnet sich auch dadurch aus, dass er eine ökonomische Alternative bietet zu dem Bestehenden. Und viele Gruppen analysieren und kritisieren den Kapitalismus völlig zurecht als ein ungerechtes System, was auf Ausbeutung beruht. Doch, denke ich, gibt es oft wenig Alternativvorschläge. Was passiert denn, wenn wir den Kapitalismus überwunden haben, wenn es keinen Kapitalismus mehr gibt? Was ist dann, wie wird eine Ökonomie gewährleistet. Und da, finde ich wenig Antworten in den verschiedenen Spektren und denke, dass da die Stärke des Anarcho-Syndikalismus eben liegt zu sagen: Der Anarcho-Syndikalismus kann eine Ökonomie organisieren, die auf den Bedürfnissen der Menschen aufbaut. Das ist ein ganz klares Konzept, wie in Zukunft eine andere wirtschaft, eine gerechtere Wirtschaft auch möglich ist. Und ich glaube, das ist auch so ein Alleinstellungsmerkmal für anarcho-syndikalistische Gruppen.

Die ASJ trägt ja das Wörtchen Jugend in ihrem Namen. Seid ihr wirklich so jung, oder seit seid ihr nicht doch im Laufe der Zeit etwas gealtert?

Ja, das ist eine gute Frage. Da würd ich fragen: Was ist jung, was ist alt? Als wir angefangen haben mit der Gruppe, ging das Alter von 15 Jahren bis hoch zu, ich würde sagen 25. Natürlich ändert sich das mit der Zeit, aber nach wie vor kann ich, glaube ich, sagen: Es ist niemand mehr 16, aber auch keiner 30.

Hat das dann auch Auswirkungen auf eure Arbeit gehabt, die ihr konkret macht?

Ja, insofern, dass wir natürlich in unserer Arbeit den Fokus legen: Was beschäftigt unsere Mitglieder gerade? Was wollen unsere Mitglieder? Und, ich sage mal so, wenn du als Gruppe einen Schwerpunkt auf Schülerinnen hast, die irgendwie Probleme im Bildungssektor haben, versuchst du natürlich auch, in diesem Bereich politisch aktiv zu sein, da Diskussionen anzustoßen. Wenn es allerdings so aussieht, dass ein Großteil der Gruppe in Ausbildungsverhältnissen, in Lohnarbeitsverhältnissen steckt, verschiebt sich thematisch natürlich der Schwerpunkt. Und nach wir vor, je nachdem, wie sich die Gruppe gerade zusammensetzt, haben wir halt auch unterschiedliche Schwerpunkte.

Was sind das so für konkrete Anhaltspunkte, die sich da aufgetan haben?

In unseren Strukturen machen wir das so, dass wir je nach Gruppengröße verschiedene thematische Bereiche in AG’s ausgliedern, die erstmal völlig autonom arbeiten können; in denen beispielsweise auch Menschen mitarbeiten können, die nicht Teil der Gruppe sind. Nur wenn es dann Veröffentlichungen als ASJ gibt, muß das natürlich durch die Vollversammlung, das höchste Gremium in unserer Gruppe. Und die thematischen Schwerpunkte der AG’s waren in der Vergangenheit, teilweise auch heute noch beispielsweise halt Bildung, also Hochschul- Unipolitik. Eine weitere AG war zum Beispiel die AG Anarchafeminismus, die sich viel mit patriarchalen Unterdrückungsmechanismen, Privilegien auseinandergesetzt hat. Dann haben wir lange Zeit das Schwarze Kleeblatt herausgegeben, unsere Monatszeitung, die auch von einem Teil der Gruppe erledigt wurde und viele andere Projekte, beispielsweise ein relativ bekanntes Projekt dürfte zum Beispiel die Jung-und-billig-Kampagne gewesen, wo es darum ging, junge Menschen, die das erste Mal in Lohnarbeitsverhältnissen stecken, so ein bißchen rechtlich fit zu machen. Also denen auch zu sagen: Was könnt ihr euch gefallen lassen und was auf gar keinen Fall, weil wir auch aufgrund unserer eigenen Erfahrungen in den ersten Lohnarbeitsverhältnissen gemerkt haben: OK; scheiße, wir haben irgendwie gar keinen Plan, was darf der Chef machen, was nicht? Wir haben uns informiert, haben Broschüren herausgebracht und haben auch kleine Tipps und Tricks gesagt, beispielsweise, wie die Leute ihren Lohn vielleicht selber aufbessern können, wenn der wirklich sehr beschissen ist. Und es ging halt praktisch darum, im ersten Bereich, in der ersten Schnittstelle mit der Lohnarbeit, die Leute, die erstmal gar keine Ahnung davon haben, fit zu machen und ihnen da Tipps zu geben, auch, wie sie sich wehren können gegen Ausbeutung im Minijobbereich. Ja, und nach wie vor haben wir immer viele Veranstaltungen, Veranstaltungsreihe, monatlich einen Tresen. Und je nachdem, was die Mitglieder gerade interessiert, welche Problematiken sie haben, so setzen sich dann auch in der Zukunft und nach wie vor thematische Schwerpunkte zusammen und man organisiert Aktionen oder Veranstaltungen oder was auch immer. Und ein weiterer Punkt die letzten Jahre war ein Schwerpunkt auf den 1. Mai und den Workers-Memorial-Day. Auch wieder ein klassischer anarchistischer oder anarcho-syndikalistischer Ansatz zu diesen Gedenktagen, Kampftagen eher.

Die ASJ-Berlin ist ja bekanntlich nicht die einzige Gruppe, die sich Anarcho-Syndikalistische Jugend nennt. Zeitweilig gab es ja sehr viele dieser Gruppen. Kannst du ein bißchen mehr über die Geschichte der ASJ erzählen?

Die Geschichte der ASJ fängt eigentlich ein ganz bißchen früher noch an, als es noch nicht ASJ hieß, sondern SAJD. Das hieß Syndikalistisch-Anarchistische Jugend Deutschlands und es ist so gesehen eigentlich unser historischer Vorläufer, auf den wir uns auch berufen als ASJ. Die SAJD hat existiert von 1921 bis 1933, hatte zu Höchstzeiten etwa 3.000 Mitglieder, 120 Ortsverbände, also schon eine sehr große Jugendorganisation, war auch damals konnektet mit der FAUD, galt aber immer als unabhängige Jugendorganisation und hatte thematisch die Schwerpunkte Antimilitarismus, Antifaschismus, teilweise Wahlboykott und die Selbstorganisation der Interessen ihrer Mitglieder. Die haben sich 1933 aufgelöst. Aber vor der Machtergreifung der Nazis sind viele SAJD-Mitglieder in die Schwarzen Scharen gegangen. Also es waren klandestine, militante, antifaschistische Gruppen, die teilweise auch bewaffnet waren und zu der Zeit für anarchistische oder anarcho-syndikalistische Strukturen beispielsweise auch Schutz organisiert haben. Also Anfang der 1930er war es ja oft der Fall, dass SA-Truppen linke, libertäre Veranstaltungen gestört haben. Und da haben Mitglieder der Schwarzen Scharen oft als Saalschutz fungiert. Da gibt es viele Überschneidungen. Später haben sie dann im Untergrund weitergearbeitet, weil es während der [Nazizeit] viel zu gefährlich war, irgendetwas zu machen. Und viele sind dann auch so gegen Mitte der 1930er nach Spanien gegangen und haben beispielsweise dann da mit anderen Genossen der FAUD in der DAS hieß das, Deutsche Anarcho-Syndikalisten, gab es eine Gruppe in Spanien und haben dann da sich weiter politisch betätigt. Soviel erstmal zu dem historischen Vorläufer. Dann hat es eine ganze Weile gedauert und man hat von Anarcho-Syndikalismus und auch von anarcho-syndikalistischen Jugendlichen eher wenig mitbekommen. Bis dann so im Jahr 1990 sich die erste ASJ-Gruppe gegründet hat, und zwar in Stuttgart. Die waren drei Jahre aktiv, hatten thematisch auch einen sehr ähnlichen Ansatz oder Betätigungsfeld, wie schon die SAJD. Es war nämlich auch Antimilitarismus, also zum Golfkrieg wurde viel gemacht, Wahlboykott, 1. Mai war ein Thema, wo die zu aufgerufen haben und sich beteiligt haben, militanter Antifaschismus und auch Hausbesetzungen, genauso wie die Unterstützung von Streiks. Die Gruppe hat sich 1993 wieder aufgelöst. Und es war trotzdem nach knapp 60 Jahren wieder das erste Mal, dass sich junge Leute zusammen organisiert haben und explizit auch eine anarcho-syndikalistische Jugendgruppe gegründet haben. Dann war wieder kurzzeitig ein bißchen Stille und dann so ab März 2009 haben sich die ersten ASJ-Gruppen in Deutschland wieder gegründet. Anlaß war sicherlich auch eine Jugendvernetzung der FAU, die damals in Hannover stattfand, wo sich einfach Junge Leute zusammengesetzt und gesagt haben: Hey, anarcho-syndikalistische Jugendgruppen, warum eigentlich nicht? Ist doch cool, wir sind jung, warum nicht? Und dann haben sich relativ schnell Düsseldorf, Duisburg, Bonn gegründet. Einen Monat später, im April 2009 dann auch die Gruppe in Berlin. Und in der Nachfolgezeit weitere im nördlichen Ruhrgebiet, in Münster, in Göttingen, in Leipzig und, und, und. Einige ASJ-Gruppen, die sich gegründet haben, die gibts bis heute noch. Einige haben ihren Betrieb relativ schnell eingestellt. Einige Gruppen haben sich einfach verändert, weil aufgrund von vielen Auseinandersetzungen mit Nazis erschien es den Leuten sinnvoller, zum Beispiel autonome Antifagruppen zu supporten oder auch neue Gruppen zu gründen und hatten einfach auch garnicht die Zeit, sich thematisch weiter zu öffnen, wie eine anarcho-syndikalistische Gruppe, sondern beispielsweise nur im Kampf gegen Nazis oder in ganz andere Thematiken unterwegs zu sein. Aber es gibt nach wie vor immernoch einige Gruppen. Es gibt immer mal so ein auf und ab. Doch es wurde auch immer versucht, dem Ganzen einen föderativen Charakter zu geben. So gabs dann zum Beispiel die Gründung der Regionalföderation Ost zwischen Berlin und Leipzig und anderen Initiativen. Dassselbe wurde in Westdeutschland in NRW probiert. So gab es es auch so einen losen, lockeren Austausch, der versucht wurde, immer weiter auszubauen, um den föderativen Strukturen gerecht zu werden.

Ja, du hattest es vorhin schon erwähnt, dass die ASJ konnektet ist mit der FAU. Manche meinen ja böse, dass die ASJ einfach eine Jugendorganisation der FAU sei. Ist das so? Und falls nicht: Wo seht ihr die Gemeinsamkeiten zur anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft, FAU, also die Freie Arbeiterinnen-Union? Und wo ist es vielleicht auch notwendig, sich abzugrenzen?

Der – Vorwurf will ich jetzt garnicht mal sagen – macht mich jetzt nicht so traurig, dieser Vorwurf. Aber auch vor 70, 80 Jahren war die SAJD, die damals auch schon ein unabhängiger Jugendverband war, damit konfrontiert, die offizielle Gewerkschaftsjugend der FAUD zu sein, genauso, wie das heute gesagt wird. Dabei haben von Anfang an alle ASJ-Gruppen gesagt, sie sind autonome Gruppen. Sie sind unabhängig. Und auf Grund der Ideenwelt, die wir teilen, ist es ganz selbstverständlich, dass wir solidarisch miteinander Aktionen durchführen, uns unterstützen. Wir können uns ganz konkret entscheiden: Wollen wir den Arbeitskampf, den Aufruf der FAU unterstützen, ja oder nein und haben keine Verpflichtungen gegenüber der FAU. Genauso, wie die FAU keine Verpflichtungen gegenüber uns hat. Aber es ist klar, dass wir politisch so nah beieinander stehen, dass es da viel Support gibt. Und es gibt auch viele Menschen, die in beiden Gruppen gleichermaßen aktiv sind. Ich finde, es ist notwendig, ein Stück weit Autonomie zu bekommen, um auch einfach schneller, konstruktiver eigene Aktionen umzusetzen, ohne sich ein OK zu holen oder [sich] mit mehreren Menschen auseinanderzusetzen. Der Vorteil ist eben, dass die ASJ-Gruppen, viel weiter in politischen, gesellschaftlichen Thematiken drin sind als beispielsweise die FAU, die erstmal eine Gewerkschaft ist und Arbeitskämpfe führt. Und natürlich auch andere gesellschaftliche Thematiken anspricht oder da für Veränderung sorgen möchte, aber erstmal eine Gewerkschaft ist und Arbeitskämpfe führt. Im Gegensatz zur FAU sind wir keine Gewerkschaft, sondern eine anarcho-syndikalistische Gruppe, die auch in vielen politischen Bereichen tätig ist. Und dadurch, dass wir nicht diesen offiziellen Charakter einer festen Institution haben, ermöglicht uns natürlich auch, in unseren Positionen wesentlich radikaler zu sein und auch in unseren Aktionsformen durchaus anders zu agieren, wie eine offizielle Gewerkschaft.

OK; um den Bogen dann wieder zurück zu schlagen, jetzt mal wieder zur Aktualität. Was sind denn die Aufgabenfelder, die ihr gerade bearbeitet? Was sind eure Aktivitäten, ganz aktuell?

Also aktuell ist ein thematisches Feld Streikunterstützung beispielsweise für den Arbeitskampf, [der] bei der Mall of Berlin stattfindet. Mall of Shame genannt. Arbeitskampf der FAU, den wir immer wieder unterstützt haben. Aber auch andere Streiks, die zur Zeit in Deutschland passieren, wo wir eigene Positionen zu entwickelt haben und in die Öffentlichkeit gebracht haben, sei es der Poststreik, sei es der Streik der GdL, der bei vielen Menschen für großen Unmut gesorgt hat, und wir unsere Positionen und die Befürwortung von Streiks als Kampfmittel für Arbeiterinnen bekräftigt haben. Also das ist ein Bereich, der gerade stattfindet. Weiterhin viele Aktionen und Demonstrationen, die in Berlin ständig stattfinden. Nach wie vor haben wir viele Aktionen und Demonstrationen unterstützt, die sich mit den Bereichen Antifaschismus, Antirassismus beschäftigen, wo wir heutzutage sehen, dass es da viel Handlungsbedarf gibt an allen Ecken. Und weiterhin haben wir jetzt in der Vergangenheit eine kleine Veranstaltungsreihe zum Thema Lohnarbeit und Arbeit gehabt zusammen mit Genossinnen von uns von der AGN, der Anarchistischen Gruppe Neukölln. Da war eine kleine Veranstaltungsreihe, die wir gemacht haben. Vorher gabs Veranstaltungsreihen zum Thema Anarchafeminismus. Und nach wie vor bemühen wir uns auch um interne Bildung. Wir haben viele Diskussionsrunden und interne Veranstaltungen zu verschiedenen politischen Themen, um uns selber immer weiter zu entwickeln. Und was wir seit Jahren machen, ist ein monatlicher Tresen, der immer am dritten Samstag im Monat in Neukölln in der Lunte stattfindet mit unterschiedlichen Veranstaltungen. Und ein Schwerpunkt ist seit Jahren, alles, was rund um den 1. Mai passiert und den Workers-Mamorial-Day.

Wenn also Leute an einer Mitarbeit bei euch interessiert sind, ist ja die Lunte dann offensichtlich eine Möglichkeit. Was gibt es sonst für Möglichkeiten, wenn Leute bei euch mitmachen wollen?

Auf jeden Fall haben wir einen Internetblog: asj-berlin.blogsport.de, wo man sich immer informieren kann nach aktuellen Veranstaltungen oder was wir gerade überhaupt so gemacht haben. Da gibt es auch eine Kontaktadresse, unter der man uns erreicht. Und ansonsten sind halt alle unsere öffentlichen Veranstaltungen, die wir auf dem Blog bewerben oder auch auch zum Beispiel im Stressfaktor, können Anlaufstellen sein für interessierte Leute. Wir haben auch Plena, die öffentlich sind. Das steht alles auf dem Blog, ist alles zu finden. Ich würde alle interessierten Menschen dazu einladen, uns bei Veranstaltungen oder direkt auf einer VV zu besuchen und uns kennen zu lernen.“

Weiteres zur Geschichte:

Helge Döhring

Helge Döhring, geb. 1972, Historiker und Literaturwissenschaftler, lebt in Bremen. Buchveröffentlichungen zur syndikalistischen und anarchistischen Arbeiterbewegung: „Syndikalismus in Deutschland 1914-1918“ (2013), zum „Anarcho-Syndikalismus in Deutschland 1933-1945“ (2013) und „Organisierter Anarchismus in Deutschland von 1918 bis 1933“ (drei Bände, 2018-2020), sowie zur „Syndikalistisch-Anarchistischen Jugend Deutschlands“ (2011), zu den „Schwarzen Scharen“ (2011); kommentierte Bibliographie zur syndikalistischen Presse in Deutschland (2010). Regionalstudien zum Syndikalismus für Bayern, Baden-Württemberg, Bremen, Ostpreußen, Schlesien und Schleswig-Holstein. Verfasser des Buches „Anarcho-Syndikalismus. Einführung in die Theorie und Geschichte einer internationalen sozialistischen Arbeiterbewegung“ (2017). Mitarbeiter und Mitbegründer des Instituts für Syndikalismusforschung und Mitherausgeber des Jahrbuchs „Syfo – Forschung&Bewegung“.

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