Eine Woche bei der Union communiste libertaire - ein politischer Reisebericht


Peter Brandt
Reisebericht Plattformismus

Das Plätschern von Wellen, dazwischen das Kreischen von ein paar Möwen, im Hintergrund rhythmische Geräusche. Südsee? Nee, leider nicht. Stattdessen mein Handy-Klingelton. "Dynamic Weather". Na super. Ich werde nur langsam wach, mache den Wecker aus. Sieben Uhr, sagt mein Handy. Noch ein paar Minuten dauert es, dann habe ich mich aufgerichtet. Okay, das wäre übertrieben. Denn aufrichten ist in diesem Einmann-Zelt definitiv nicht drin. Ich greife nach rechts zum Reißverschluss, ziehe ihn auf und blicke auf den Waldboden, auf dem ich mein Zelt aufgeschlagen habe. Ringsherum stehen weitere bunte Zelte. Aber ich bin wohl der erste, der aufgewacht ist. Na gut, das wollte ich ja so. Ich ziehe mir meine Schuhe und Klamotten an und verlasse mein Zelt, lasse das kleine Wäldchen hinter mir und stehe nun auf einer großen Wiese. Es ist zwar August, doch jetzt ist es noch recht kühl. Nach rechts stehen mehrere große Zelte, nach links den Hügel hoch eine Ansammlung an rustikalen Steinhäusern. Geradeaus sehe ich jedoch das, was mich an diesem Morgen aus dem Zelt getrieben hat: Der Sonnenaufgang taucht die Hügel, Täler und Felsabhänge der südfranzösischen Aveyron in malerisches Licht. Ja, allein dafür hat es sich gelohnt, die lange Fahrt zum Sommer-Camp der Union Communiste Libertaire auf mich zu nehmen.

Die Union Communiste Libertaire (Freiheitlich-kommunistische Union), kurz UCL, ist eine politische anarchistische Organisation in Frankreich, Belgien und der französisch-sprachigen Schweiz. Die Organisation gehört zur plattformistischen Strömung des Anarchismus und verfügt über etwa 50 Lokalgruppen, die quer über den gesamten französischen Sprachraum verteilt sind. Entstanden ist die UCL 2019 aus der Fusion zweier anarchistischer Organisationen - der Alternative Libertaire (AL) und der Coordination des Groupes Anarchistes (CGA). Beide Vorgängerorganisationen wurden rund um die Jahrtausendwende gegründet. Doch die Tradition des plattformistischen Anarchismus in Frankreich reicht weitaus länger zurück, bis in die Zeit unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Aufgrund dieser Tradition, der vergleichsweisen Stärke des Pattformismus in Frankreich und der geographischen Nähe zu Deutschland war die UCL für uns als Plattform von Anfang an ein wichtiger Bezugspunkt und Kontakt in der internationalen anarchistischen Bewegung. Aufgrund der mittlerweile engen Beziehungen zwischen unseren beiden Organisationen erhielten wir die Einladung, doch Leute zum jährlichen Sommer-Camp der UCL zu schicken. Da ich mich sowieso von einer stressigen Phase in der Uni erholen und diese Chance, die Genoss:innen besser kennenzulernen nutzen wollte, entschied ich mich, die Reise nach Südfrankreich anzutreten.

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Meine Reise beginnt

So stieg ich Anfang August mit meinem großen Rucksack auf dem Rücken in Dortmund in den Zug, der mich zu meinem ersten Zwischenstopp in Heidelberg brachte. Dort verbrachte ich ein paar Tage und stieg am darauffolgenden Samstag in den Flixbus Richtung Strasbourg. Im Gepäck eine Fahne der Plattform, sechs Flaschen Club Mate als Mitbringsel und jede Menge Vorfreude auf das Camp und die Genoss:innen. In Strasbourg angekommen machte ich mich auf den Weg durch die Innenstadt zum Bahnhof. Weil ich noch ein bisschen Zeit hatte, stimmte ich mich zwischendurch mit einem fantastischen Pistazien-Eclair auf Frankreich ein und machte eine Lesepause an einem der vielen schönen Kanäle der Stadt. Schließlich erreichte ich den Bahnhof und stieg in den TGV-Schnellzug. Die Fahrt nach Lyon, wo ich meinen ersten Zwischenstopp geplant hatte, verlief problemlos.

Ich erreichte Frankreichs drittgrößte Stadt gegen 20 Uhr. Am Bahnhof entschloss ich mich den Weg zu meinen Gastgeber:innen per Fuß zu bestreiten, in der Hoffnung trotz der Kürze meines Besuchs noch ein paar Blicke auf Lyons Altstadt zu erhaschen. Diese Hoffnung war jedoch vergebens, die Wohnung der Genoss:innen lag in der falschen Richtung. So lief ich eine ganze Weile lang an zubetonierten Autostraßen und sehr gleichförmigen Wohngegenden vorbei. Mit den letzten paar Akku-Prozent meines Handys fand ich schließlich die Wohnung der Genoss:innen, die mich herzlich in Empfang nahmen. Nachdem ich die dringend benötigte Dusche hinter mir hatte, lernten wir uns richtig kennen. Amelie (alle Namen abgeändert) arbeitet in der IT-Branche, ihr Freund Rene in einer Fahrradwerkstatt. Beide sind erst seit Kurzem Mitglieder der UCL Lyon. Amelie war aber vorher schon jahrelang in einer feministischen Organisation aktiv gewesen, die sie aus politischen Gründen verlassen hatte, um sich der UCL anzuschließen. An der UCL hatte sie ihre Beteiligung an vielfältigen sozialen Kämpfen in Lyon überzeugt, genauso wie die bereits vorhandene Größe der Gruppe, die etwa 40 Leute umfasst und noch dazu einen Buchladen in der Lyoner Altstadt betreibt. Während und nach dem Essen diskutierten wir angeregt über die politischen Situation in unseren beiden Ländern und Städten (Lyons Naziproblem ist ungleich größer als das Dortmunds) und unsere Organisationen sowie über die Aufkleber am Kühlschrank der beiden. Dabei kraulten wir abwechselnd den Hasen Nestor (nach wem der benannt ist könnt ihr euch sicher denken). Dieser spannende Austausch ließ meine Vorfreude auf das Camp nur noch größer werden. Erschöpft von diesem langen Tag fiel ich schließlich ins Bett.

Am nächsten Tag setzten mich Amelie und Rene in die Metro Richtung Hauptbahnhof. Von hier aus ging meine Reise weiter. Am Hauptbahnhof traf ich Genoss:in Alexis - Mitte zwanzig, kommt eigentlich aus Brasilien aber kam als Teenager:in nach Frankreich. Auch Alexis ist erst seit etwa einem Jahr UCL-Mitglied und seitdem im Antirassismus-Komitee der Organisation aktiv. Alexis arbeitet als Webdesigner:in und ist deshalb wie Amelie Mitglied der Informatik-Gewerkschaft des Gewerkschaftsbundes Solidaires. Diese Gewerkschaft verfügt über gut 110.000 Mitglieder und steht im Gegensatz zur größeren Confédération Générale du Travail (CGT) für einen radikaleren Kurs, der auch Fragen der betrieblichen Selbstverwaltung mit einschließt und viel Wert auf innergewerkschaftliche Demokratie in der Tradition des Syndikalismus legt. Alexis berichtet, dass die Gründung der Informatik-Gewerkschaft in Solidaires von der UCL, in der viele Informatiker:innen aktiv sind, vorangetrieben wurde. Auch sonst gibt es viel zu bereden, während wir mit einem Regionalzug die malerische Rhone-Alpen-Region durchkreuzen. Ich erfahre, dass über die Hälfte aller UCL-Mitglieder aktive Gewerkschafter:innen sind - nahezu alle bei Solidaires oder CGT, nur wenige in der sehr kleinen anarchosyndikalistischen CNT. Der gewerkschaftliche Kampf, der für Plattformist:innen in Frankreich Tradition hat, ist damit das zentrale Arbeitsfeld der Organisation. Schwerpunkte sind die Sektoren Erziehung, Gesundheit und Informatik. Wir tauschen uns auch über die Strategie der UCL hinsichtlich anderer sozialer Kämpfe aus. Für Alexis haben die Themen Antirassismus und trans Befreiung alleine schon aus biografischen Gründen eine große Bedeutung. Alexis erzählt mir, dass der Gewerkschaftskampf auch hier ein zentrales Kampffeld ist. Schließlich sei die große Mehrheit der von Rassismus und Transfeindlichkeit betroffenen, selbst Teil der Arbeiter:innenklasse. Und im Betrieb gäbe es die Möglichkeit, durch kollektive Kraft die gemeinsame Situation zu verbessern - sowohl hinsichtlich der Arbeitsbedingungen aller als auch hinsichtlich der Probleme, mit denen die Betroffenen spezifisch konfrontiert sind. So sorgten Genoss:innen der UCL beispielsweise dafür, dass ihre Gewerkschaft die spezifischen Belange von trans Kolleg:innen mit auf die Tagesordnung nahm und öffentlich für trans Emanzipation agitierte. Die UCL betrachtet Syndikalismus, Feminismus und Antirassismus also nicht als seperate Kämpfe, sondern als Kämpfe, die ineinander geführt werden müssen. So muss der Syndikalismus antirassistisch sein, um alle Arbeiter:innen mitzunehmen und Spaltungslinien zuzuschütten. Aber Antirassismus muss eben auch syndikalistisch sein, um tatsächlich die Lage der Betroffenen zu verbessern und ihre Themen auch bei weißen Kolleg:innen ins Bewusstsein zu bringen. Gegenüber einem Antirassismus, der nicht innerhalb der Gewerkschaften agiert, zeigte Alexis wenig Verständnis.

Schließlich erreichten wir Le Puy en Velay, eine erzkatholischen Kleinstadt, südöstlich von Lyon. Hier begrüßte uns ein grinsender, sportlich gekleideter Genosse in meinem Alter - Raphaël. Ebenfalls aus der Lyon-Lokalgruppe. In Lyon und Brüssel studiert er Politikwissenschaften, heute war er unser Fahrer. Also quetschten wir uns in einen nicht ganz so großen Peugot und los ging es. Raphaël fuhr die Straßen über Berghänge und durch kleine, typisch-französische Dörfchen, mit einer Geschwindigkeit, die mich erst befürchten, ließ wir seien auf der Flucht. Waren wir aber nicht, Raphaël fährt nur gerne schnell Auto.

Endlich da

Wenigstens bedeutet das, dass wir schon nach gut zwei Stunden unser Ziel erreichten: Das Gelände Becours der Nationalen Organisation der französischen Pfandfinder:innen in der Region Aveyron. Eine kleine Ansammlung an Steinhäuschen, rundherum Wiesen, auf denen schon einige Zelte aufgebaut waren. Wir wurden freudig von den schon etwa 50 Anwesenden in Empfang genommen. Besonders der Fakt, dass sich jemand aus dem fernen Deutschland auf den Weg gemacht hatte, freute anscheinend viele Genoss:innen. Viele von ihnen sprachen gutes Englisch, einige bruchstückhaft bis sogar sehr gutes Deutsch (es lebe der Pariser Studiengang Germanistik!).

Die erste Veranstaltung war das große Plenum. Alle kamen unter dem größten Zelt zusammen, es wurde sich vorgestellt. Ich war schnell mehr oder weniger integriert und wurde auch nochmal offiziell begrüßt. Danach gab es Essen und alle trugen sich in die große Tabelle für die Wochenaufgaben ein. Jede:r musste verpflichtend mindestens eine schwerere (z.B. Duschen putzen) und zwei leichtere Aufgaben (z.B. Leute zum Essen rufen) übernehmen. Ich baute noch gleich am ersten Abend Kontakt zu vielen Genoss:innen auf, beantwortete viele Fragen zur Plattform und zur politischen Situation in Deutschland. Alle Genoss:innen waren sehr respektvoll untereinander und mir gegenüber. Es herrschte eine sehr angenehme und freundschaftliche Atmosphäre. Man merkte sehr deutlich, dass es für viele die jährliche Gelegenheit war, mit Genoss:innen zusammenzukommen, mit denen man teilweise schon seit Jahrzehnten gemeinsam kämpft. Nur mit Mühe konnte ich mich dazu bringen, doch noch mein Zelt aufzubauen und etwas zu schlafen.

Am nächsten Tag kamen erst einmal noch viel mehr Leute an. Aus Grenoble war es direkt ein halbes Dutzend Autos mit über 20 Genoss:innen. Die Lokalgruppe dort hat mit 60 Mitgliedern die meisten Mitglieder in der ganzen Organisation. Weitere Organisations-Schwerpunkte sind Paris (hier verfügt die UCL über vier Lokalgruppen), Lyon und die Kleinstadt Fougères in der Bretagne. Bis Mittwoch erreichten wir eine Spitzenzahl von insgesamt 150 Camp-Teilnehmer:innen aus allen Teilen Frankreichs. Nach dem Frühstück gab es den ersten Workshop. Ich besuchte einen Vortrag von einem jungen Genossen, der von der Geschichte der französischen Gewerkschaftsbewegung erzählte. Es war ein sehr tiefgreifender und guter Vortrag, bei dem der Genosse immer wieder von einem alten, erfahrenen Gewerkschafter Ende 60 unterstützt und korrigiert wurde. Sehr rührend. Dank einer hervorragenden Live-Übersetzung konnte ich nahezu alles verstehen. Viele der Anwesenden waren selbst Gewerkschafter:innen, weshalb die anschließende Diskussion auf einem sehr hohen Niveau verlief. Ich war von der Tiefe der syndikalistischen Praxis der UCL sehr beeindruckt. Nachmittags gab es einen weiteren Workshop, bei dem in Kleingruppen über aktuelle Strukturfragen in der Organisation gesprochen wurde. Für mich war es schwerer zu folgen. Was ich verstand war dennoch spannend und bereichernd für die Diskussionen, die wir auch in der Plattform führen. Nach dem Abendessen versammelten wir uns erneut im Zelt für die Mahlzeiten. An diesem Abend fand die "revolutionäre Karaoke" statt. Arbeiterlieder-Singen war angesagt! Wir schmetterten gemeinsam französische Lieder, von denen ich viele nicht kannte. Bei der Internationalen konnte ich dann natürlich wieder mitsingen. Danach wurde die Fläche frei gemacht und getanzt. Die Stimmung war auch hier sehr ausgelassen und respektvoll.

Am Dienstagmorgen waren anscheinend endlich die letzten Leute angekommen. Einige Genoss:innen waren mit der ganzen Familie inklusive Kindern angereist, die vor Ort von Genoss:innen in Schichten betreut wurden. Wie an fast jedem Tag begann das Programm mit Workshops aus gewerkschaftlicher Perspektive. Heute stand das Thema Patriarchat und Feminismus im Fokus, weshalb über feministischen Arbeitskampf in frauendominierten Sektoren gesprochen wurde. Gegen Mittag konnten wir einen Brand beobachteten, der sich auf einem weiter entfernten Hügel ausbreitete. In den Tagen danach war das Geräusch der Löschflugzeuge immer wieder zu hören. Nach dem Mittagessen gab es einen Vortrag von einer jungen trans Genossin aus Grenoble, in dem diese eine materialistische Analyse der LGBTI-Feindlichkeite darlegte und Wege für den Kampf für LGBTI-Befreiung aufzeigte. Hauptkampffeld ist auch hier wieder der Gewerkschaftskampf, aber auch andere soziale Kämpfe. Die UCL verfährt allgemein so, dass sie analysiert, welche Probleme marginalisierte Gruppen in der Arbeiter:innenklasse besonders gefährden (im Fall von Transfeindlichkeit z.B. Obdachlosigkeit durch Diskriminierung auf dem Wohnungsmarkt, Diskriminierung durch ihre Familien) und wo sich diese mit den Problemen aller Lohabhängigen überschneiden. So kämpft die UCL in ihrer Beteiligung in Student:innengewerkschaften für ein elternunnabhängiges Bafög oder in Mietkämpfen für Wohnraum für alle, die ihn brauchen. Beides Forderungen, die allen Lohnabhängigen nutzen, aber besonders die Probleme von trans Menschen adressieren. UCL kämpft aber auch für spezifische LGBTI-Forderungen. Nach dem Vortrag gab es ein "nicht-gemischtes" Plenum, zu dem alle eingeladen waren, die von Mysoginie und Transmysoginie betroffen sind.

Ein unglücklicher Zufall

Mir ging es leider zu diesem Zeitpunkt gesundheitlich immer schlechter und ich musste mich in mein Zelt zurückziehen. Ein Corona-Test ergab: Ich war positiv und hatte mich wohl im nahezu maskenfreien Zug angesteckt. Die Nacht auf Mittwoch war sehr schmerzhaft und der Mittwoch selbst auch nicht besser. Wenigstens hatten sich Alexis und Raphaël bei mir nicht angesteckt. Ich konnte also am Mittwoch nicht an den bestimmt sehr spannenden Workshops der Antirassismus-Kommission der UCL teilnehmen. Auch hier gab es allerdings wieder einen klaren Fokus auf die Arbeitswelt. Gegen Ende des Tages war ich wieder ein bisschen auf den Beinen, toll ging es mir aber nicht und Schlaf war auch kaum zu bekommen. Donnerstag ging es ähnlich weiter, aber wenigstens ging es mir gut genug, um der Diskussionsrunde zum Thema Ableismus zu folgen, nachdem ich schon die vielen Veranstaltungen zum antifaschistischen Kampf verpasst hatte. Über Ableismus diskutierten etwa 20 Menschen mit sehr verschiedenen Perspektiven (Betroffene, Lehrer:innen, Erzieher:innen und viele mehr). Es war eine spannende Diskussion auf einem hohen Niveau, die sich eng an der materialistischen Grundlage von Ableismus orientierte. Am Abend war ich wieder so weit zu Kräften gekommen, dass ich vor kleinerer Runde noch ein paar Fragen zur Plattform und zur politischen Lage in Deutschland beantworten konnte. Am Freitag war für mich der Tag der Abreise gekommen. Mir ging es endlich ein wenig besser. Trotzdem war das Abbauen des Zelts eine kaum zu bewältigende Aufgabe. Nachdem ich mich noch mit Souvernirs aus dem mitgebrachten Online-Shop der UCL beladen hatte und von den noch Anwesenden herzlich und Parolen rufend verabschiedet wurde, ging es wieder mit Raphaël Richtung Lyon, wo ich eine weitere Nacht blieb. Am Samstag erreichte ich endlich wieder Strasbourg, wo ich abgeholt wurde.

Gruppenfoto

Fazit

Trotz meiner leidigen Erkrankung waren die Tage auf dem Camp für mich eine extrem bereichernde Erfahrung. Die UCL stellt mit ihrer Tradition, Größe und beeindruckenden Verwicklung in die alltäglichen Kämpfe der lohnabhängigen Klasse ein einzigartiges Projekt des europäischen Anarchismus dar und sollte uns auch hier in Deutschland zur Orientierung dienen. Dass ich die Möglichkeit hatte, einen so ausführlichen Einblick in das Innenleben und die Arbeit der Organisation zu bekommen, weiß ich sehr zu schätzen. Ich bin auch sehr dankbar für die vielen tollen Genoss:innen, die ich kennenlernen durfte und die mich so überaus freundlich aufgenommen haben. Und natürlich bin ich einfach glücklich über den tollen Urlaub, den ich im wunderschönen Südfrankreich verbringen durfte. Diese Reise hat mich persönlich noch einmal motiviert, noch intensiver an der Entwicklung des Plattformismus in Deutschland zu arbeiten. Wenn es möglich ist, in Frankreich eine so vergleichsweise starke politische anarchistische Organisation aufzubauen, dann muss das doch auch hier möglich sein. Deshalb zum Schluss mein Appell an euch: Organisiert euch und lasst uns zusammen daran arbeiten, eine solche Organisation aufzubauen!

"Oh communiste allez, oh libertaire allez allez!"

PS: Auf der Website der UCL findet ihr noch viel mehr Informationen über die Organisation. Wenn ihr über die UCL auf dem Laufenden bleiben wollt, dann schaut gerne auf ihren Kanälen in den sozialen Medien vorbei.

Peter Brandt

Peter kam vor einigen Jahren als Jugendlicher über die antifaschistische Bewegung zum Anarchismus. Er ist aktiv in Klimabewegung sowie in der anarchakommunistischen Plattform und lebt in Dortmund. Seine Interessensschwerpunkte sind Fragen der weltweiten anarchistischen Geschichte, Organisierung und Strategie.

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