Erklärung von anarchistischen, libertären kommunistischen Gruppen zur Tagung von Weltbank und Internationalen Währungsfonds in Prag, September 2000

Neither state capitalism nor private capitalism!
Ni capitalisme d'état, ni capitalisme privé!
Weder Staatskapitalismus noch Privatkapitalismus!
Ani státní ani soukrom-kapitalismus!

This statement is from the anarchist/libertarian communist groups listed below who are taking part in the S26 demonstration in Prague or who are organising solidarity actions in their own countries. These groups include

This statement is on the web at

http://flag.blackened.net/revolt/inter/s26.html


Weder Staatskapitalismus noch Privatkapitalismus!
Für Freiheit, Selbstverwaltung und Sozialismus!

Stalinismus und Staatskapitalismus - sogenannter Kommunismus - haben die Länder Osteuropas über Jahrzehnte versklavt. Ihre von Moskau kontrollierten Diktaturen plünderten diese Länder zum Vorteil einer aristokratischen Klasse aus, die den Staat kontrollierte und die keinen Deut weniger verachtenswert war als die Aristokratien der ehemaligen Monarchien.

Heutzutage steht eine andere dominierende Klasse von KapitalistInnen an der Spitze. Das System der Herrschaft und Ausbeutung ist jedoch geblieben. Die Mehrzahl der Menschen wird vom "Fortschritt" ausgeschlossen, den der Privatkapitalismus und die westlichen Führer ankündigen.

Der derzeitige Gipfel des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank ist ein Symbol der Kontrolle internationaler Finanziers und Bosse globaler Konzerne über die Länder des ehemaligen Ostblocks. Diese Globalisierung beruht auf der Ausbeutung der ArbeiterInnen. Kapitalismus ist das System, das einen winzigen Teil der Weltbevölkerung maximale Profite sichert, indem es uns anderen Elend, Arbeitslosigkeit, Unsicherheit und ein entwürdigendes Leben aufzwingt.

Wir revolutionäre AnarchistInnen und anarchistische KommunistInnen sind nicht daran interessiert, aus wem diese herrschende Klasse besteht. Wir bekämpfen die Existenz dieser überprivilegierten Klasse, die auf Kosten der Weltbevölkerung lebt, grundsätzlich. Immer mehr Menschen glauben, dass der Kapitalismus nicht unausweichlich ist - in London, Seattle, Washington, Davos, Millau und jetzt in Prag lehnen immer mehr Menschen die Herrschaft des Marktes ab.

Wir wollen eine Gesellschaft, die auf Gleichheit beruht, eine klassenlose Gesellschaft, in der jede und jeder zum allgemeinen Reichtum entsprechend ihrer Fähigkeiten beiträgt und von der jeder und jede entsprechend ihren Bedürfnissen empfängt. Wir wollen eine freie Gesellschaft, die in sämtlichen Lebensbereichen wirklich demokratisch ist. Dies schließt auch die Demokratie am Arbeitsplatz ein, wo Entscheidungen von allen ArbeiterInnen getroffen werden müssen. Wir wollen eine Gesellschaft, in der wir alle zusammen stehen, ohne Grenzen.

Lasst uns alle zusammen stehen, um die jetzige Gesellschaft radikal zu verändern.