A-Drache
anarch-o-mat - Bin ich ein/e Anarchist/in?

„Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen” — Warren Buffett (Multimilliardär)


1. Mai-Demonstration in Bonn

Wir sind ein Zusammenschluss von sonst nicht gruppenzugehörigen Individuen, die am 1. Mai 2018 eine Demonstration in Bonn veranstalten.

Wir haben uns vorgenommen, zumindest ein ganz kleines Stück weit, in die Fußstapfen der Anarchisten zu treten, die Mitte des 19ten Jahrhunderts mit ihrem Handeln den Grundstein für eine globale Veränderung hin zu einem besseren Leben legten und der  anstoßende Faktor waren warum der 1. Mai sich bis heute in den Köpfen der Menschen als Kampftag der Arbeiter*innen hält.

Hierfür war es uns wichtig einen realpolitischen Ansatz zu finden, der sich nicht bloß an Berufstätige wendet, sondern auf eine Verbesserung der Lebensqualität für alle Menschen abzielt.
Wir sind der Meinung, dass es sich in der Zeit in der wir leben nur noch um eine reine Frage des politischen Willens handelt, das gute Leben für alle zu ermöglichen. Und auch wenn wir uns darüber bewusst sind, dass die von uns formulierte Forderung absolut nicht gleichzusetzen ist mit einer allumfassenden Abschaffung kapitalistischer Verhältnisse, sind wir doch überzeugt, dass es sich dabei um einen absolut realisierbaren Schritt handelt. Einen Schritt, der die Menschheit dem letztlichen Ziel der befreiten Gesellschaft ein gewaltiges Stück näherbringen wird.

mehr infos hier: http://1maibn.blogsport.eu/

Wir möchten euch herzlich einladen am 1. Mai nach Bonn zu kommen und an unserer Demonstration teil zu nehmen.

Auch wenn ihr keine Zeit habt selber vorbei zu kommen, würden wir uns sehr darüber freuen, wenn ihr uns bei der medialen Verbreitung unseres Aufrufs, eventuell mit ein paar Grußworten, unterstützen würdet.

Bei Fragen, Kritik oder Anregungen schreibt uns einfach eine Mail. Wir freuen uns über jedes Feedback.

Viele Grüße: orga1maibn


Libertärer Podcast – Märzrückblick 2018

Ein ernster und satirischer Blick auf Ereignisse des letzten Monats aus libertärer Perspektive. Vom Anarchistischen Radio Berlin.

Den zugehörigen Audiobeitrag könnt ihr ab sofort hier herunterladen: archive.org (mp3 | ogg).

Hier könnt ihr ihn direkt anhören:

Unsere dieses Mal 60-minütige Sendung blickt auf folgende Themen aus dem Vormonat zurück:

* News aus aller Welt:
** Anarchistischer Monatsrückblick von Bodenfrost
** Rojava/NavDem
** Kampagne „Ausbruch/Aufbruch“ bei der FdA
** Kampagnenblog
* Berlin: Widerstand gegen Gentrifizierung im Gespräch
** Mietendemo am 14.4.2018
* Berlin: Der Google-Campus in Kreuzberg
** Google-Campus verhindern
** FuckOffGoogle
* Rojava goes School
** Kurdisches Zentrum
* Russland: staatliche Folter gegen Aktivist*innen
** AnarchistBlackCross Dresden
** Infoseite Avtonom.org
* Wo herrscht Anarchie
* Alltagssolidarität (11)
* Linktipp: Get Bad News

Musik:
I know – Lifegrinder
Mohamed Şêxo Kunst- und Kulturzentrum Qamişlo – Werin Barîkadan(YouTube)


Liebe Kolleg*innen und Genoss*innen,
im Rahmen des bundesweiten Aktionstages gegen Union Busting und Ausbeutung von aktion./.arbeitsunrecht am Freitag den 13. (April) ruft die DeliverUnion AG der FAU Berlin zu einer großen Fahrraddemo mit Abschlusskundgebung vor der Deliveroo-Zentrale in Berlin auf!

13. April 2018: 16.30 Start Fahrraddemo am Oranienplatz, Berlin
18.00 Abschlusskundgebung vor der Schlesischen Straße 26 (Deliveroo-HQ Berlin)

Weitere Informationen über die Hintergründe des Aktionstages, die Situation bei Deliveroo und Updates über die genaue Demoroute findet ihr im Aufruf (unten), auf unserer FB-Veranstaltung zur Demo und auf unserem Blog: https://www.facebook.com/events/164723897523674/
https://deliverunion.fau.org/
Kommt zahlreich und seid laut!
Solidarische Grüße
Die Deliverunion AG


Aktionserklärung

Wir haben heute (8.3.2018) die ehemalige iranische Botschaft in Bonn besetzt!

Diese Aktion soll ein Zeichen für Solidarität mit den emanzipatorischen Protesten im Iran setzen und gleichzeitig die Möglichkeit bieten, der neoliberalen Stadtpolitik in Bonn einen nicht-kommerziellen Raum der Begegnung und der Selbstverwaltung entgegenzusetzen.

Seit Monaten sind die Menschen im Iran wieder auf der Straße, um ein weiteres Mal gegen das iranische Regime zu protestieren. Sie tun dies trotz des Risikos auf Gefängnisstrafen, Folter oder Ermordung. Die Bandbreite der Gründe umfasst Kämpfe für gerechte Arbeitsverhältnisse, für die Freiheit von politischen Gefangenen, außerdem die Forderung nach geringeren Lebensmittelpreisen, Heizkosten und Mieten. Die Forderungen nach Veränderungen reichen von einer Demokratie nach westlichem Vorbild bis hin zu einer nicht kapitalistischen Gesellschaft. Neben den progressiven Kräften beteiligen sich aber auch reaktionäre Interessensgruppen an den Protesten. So finden sich auch Anhänger*innen des Schahs darunter, die darauf hoffen, dass die aktuellen Machthaber durch ein anderes, autoritäres Regime ersetzt werden.

Das iranische Regime geht entschlossen gegen die Protestierenden vor: Laut der iranischen Regierung wurden seit Beginn der Proteste 3500 Regierungsgegner*innen eingesperrt. 50 mussten ihren Widerstand sogar mit dem Leben bezahlen. Aktivist*innen gehen von deutlich höheren Zahlen aus.

Wir haben Ort und Zeit bewusst gewählt, um uns am internationalen Frauenkampftag mit kämpfenden Frauen weltweit solidarisch zu zeigen. Eine lebenswerte Welt können wir uns nur im Sinne der radikalen Gleichberechtigung von allen Geschlechtern vorstellen. Die Besetzung der iranischen Botschaft soll als solidarischer Gruß an die mutigen Frauen im Iran gesendet werden, die sich gegen das repressive und patriarchale Regime auflehnen.Vor allem sie haben unter dem aufgezwungenen Sittendiktat der iranischen Despoten zu leiden. Ihnen geht es u.a. darum die sozialen Restriktionen wie den Zwang zum Tragen des Kopftuches im öffentlichen Raum aufzuheben. Sie fordern die selbstbestimmte Entscheidung darüber, ob Frauen ein Hijab tragen möchten und dies als Teil ihrer Identität verstehen oder nicht.

Wir sind darüber hinaus ein Zusammenschluss verschiedener Menschen, die sich mit dem Thema Recht auf Stadt und Stadtentwicklung von unten auseinandersetzen. Wir sehen, dass sich in Bonn gerade eine Menge verändert und dass dies nicht unbedingt zugunsten der Bürger und Bürgerinnen geschieht. Das lässt sich an den verschiedenen Initiativen erkennen, die versuchen, ihrem Willen eine Stimme zu verleihen, so wie „Viva Viktoria“ im Viktoria Viertel, „Kurfürstenbad bleibt“/“Frankenbad bleibt“ in Bezug auf das geplante Zentralbad und vielen anderen. Zusätzlich steigen die Mieten stetig und die Leerstände werden immer mehr.
Mit Sorge sehen wir die Entwicklungen, in denen wir zu erkennen glauben, dass Bonn im Stile einer neoliberalen Politik zusehends einkommensschwächere Menschen verdrängt, das Stadtbild mit Einzelhandelsketten und Großunternehmensbüros vereinheitlicht und anonymisiert.
Um gegen diesen Prozess zu protestieren und ihm etwas entgegenzusetzen, haben wir besagtes Gebäude bezogen. Hier werden wir in der nächsten Zeit ein kulturelles Zentrum eröffnen, in dem Menschen die Möglichkeit gegeben werden soll, sich selbstständig zu organisieren, zu begegnen und auszutauschen. Weil es kaum Orte in Bonn gibt, an denen Menschen sich aufhalten können, ohne Eintritt bezahlen oder etwas kaufen zu müssen, wollen wir einen Raum eröffnen, an dem dies möglich ist. Weil wir einen solchen Ort des freien Austauschs für wichtig halten, haben wir diesen ohnehin leerstehenden Ort bezogen, um ihn mit Leben zu füllen.

In der nächsten Zeit werden wir diesen Raum nutzen, um uns über emanzipatorische Kämpfe weltweit und vor allem im Iran auszutauschen und zugleich Impulse für eine gerechtere Stadtentwicklung zu setzen.

Wir haben vor, hier das Institut für Anarchismusforschung zu etablieren. Als Agentur gegen Arbeit geht es uns darum, eine radikale Kritik an den bestehenden Verhältnissen zu entwicklen, in denen Menschen nicht nur unter autokratischen Regimes wie dem Iran, sondern auch unter kapitalistischen Disziplinierungen, wie dem Leistungszwang und Konformismus leiden.

Interessierte sind herzlich eingeladen vorbei zu kommen, sich mit uns zu unterhalten und dabei zu sein wie dem alten Gebäude neues Leben eingehaucht wird!

Unter folgenden Links sollten innerhalb der nächsten Stunde Fotos der Aktion heruntergeladen werden:

www.facebook.com/Institut-für-Anarchismusforschung-Agentur-gegen-Arbeit

twitter.com/IFA_AGA

agenturgegenarbeit@riseup.net


Pressemitteilung der FAU Berlin: Klassenkampf unter dem Regenbogen

Arbeitskampf beim LSVD

+++ Nach Kündigungswelle scheint die professionelle Bildungs- und Sozialarbeit des Berliner LSVD in Gefahr +++ Offener Brief macht die Betriebsleitung für die Pleite verantwortlich +++ Gewerkschaft kritisiert Union Busting und kündigt weitere Schritte an +++
Am gestrigen Dienstag übergab die scheidende Belegschaft des Bildungs- und Sozialwerkes des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin Brandenburg e.V. (BLSB) der Geschäftsleitung einen offenen Brief, der die Chefetage mit schweren Vorwürfen konfrontiert. Es geht um Missstände, die nicht nur Bildungsarbeiter*innen und die LGBTIQ Szene, sondern auch die Politik aufhorchen lässt. Der Brief beschreibt, wie das rigorose Vorgehen gegen gewerkschaftlich organisierte Angestellte und eine Kündigungswelle zum Jahreswechsel dazu führen, dass viele Projekte es Betriebes nun brachzuliegen scheinen.
Dem Regenbogenfamilien-Zentrum in Schöneberg steht beispielsweise Anfang Februar ein kalter Neustart bevor. Das Zentrum wurde von drei Angestellten mit jahrelanger Erfahrung getragen, von denen die letzte verbleibende Mitarbeiterin das Projekt zu Ende Januar allerdings verließ. Die Belegschaft des Projektes hatte zuvor eine Weiterbeschäftigung für sich ausgeschlossen, da sie die autoritären Bedingungen im Betrieb satt hatte und Solidarität mit ihren Kolleg_innen zeigen wollte, von denen ein Gros zum Jahresende vor die Tür gesetzt wurde.
In den anderen Beratungs- und Bildungsprojekten sieht es ähnlich aus: Durch die Kündigungswelle wurde die Zahl der Angestellten von etwa zwanzig auf heute unter zehn mehr als halbiert, doch viele der dadurch frei gewordenen Stellen sind noch nicht einmal ausgeschrieben, obwohl die öffentlichen Mittel freigegeben sind.
Im offenen Brief der BLSB-Betriebsgruppe, die aus aktuellen und ehemaligen Angestellten besteht, heißt es dazu: „Der Feldzug des LSVD gegen die eigenen Mitarbeiter*innen und damit gegen jahrelange Erfahrung, Expertise und Netzwerkzugehörigkeiten endet in einem Trümmerfeld“. Die Mitarbeitenden sehen die Probleme als hausgemacht an, sind sie doch bereits vor über einem Jahr angesprochen worden. Umso absurder mutet es an, dass der Vorstand ausgewählte Freund*innen gestern Abend zum feierlichen Neujahrsempfang lud.
Die Verfasser*innen des Briefes sind als Betriebsgruppe in der Freien Arbeiterinnen- und Arbeiter Union Berlin (FAU) organisiert. Doch trotz massiven Druckes durch Gewerkschaft und Politik ließen Geschäftsführer Jörg Steinert und Vorstand Gespräche über einen Tarifvertrag platzen, woraufhin die Angestellten den Betrieb im Dezember mit einem Warnstreik lahmlegten. „Dass der Streik nicht zum Einlenken geführt hat, zeigt welch niedrigen Stellenwert die Güte der Beratungsarbeit für die Geschäftsführung hat. Seit Beginn der Tarifverhandlungen stellt sich die Leitung stur und möchte kein Quäntchen ihrer Macht abgeben – auch wenn das heißt, dass sie ihren eigenen Betrieb damit kaputt machen“, so Käte Gengenbach, Sekretärin der FAU. Doch es ist klar: Die Basisgewerkschaft wird weiter mit allen Mitteln für die im Betrieb verbliebenen Mitglieder kämpfen und sich für Verbesserungen im prekären Beratungsbetrieb in Berlin einsetzen. Hierbei ist ein erster Erfolg, dass die Angestellten des BLSB gezeigt haben, wie man sich auch als Arbeiter*in in befristeten Projektstellen solidarisch organisieren und den Kampf gegen Ausbeutung in diesem Bereich auf die Tagesordnung setzen kann.
Berlin, 1. Februar 2018
Bild zur freien Verwendung: hier ( Kundgebung vor dem LSVD am 30.11. 2017, ©FAU Berlin)


Robert Kain:
Otto Weidt - Anarchist und "Gerechter unter den Völkern"

Otto Weidt steht bisher vor allem wegen seiner Hilfe für verfolgte jüdische Mitbürger in der Zeit des Nationalsozialismus im Fokus der öffentlichen und historischen Betrachtung.  Weniger bekannt ist dagegen ein früheres Kapitel im Leben Weidts: In der Kaiserzeit war er in der anarchistischen Arbeiterbewegung aktiv und wurde von der Politischen Polizei überwacht. Den Ideen und Idealen des Anarchismus blieb er auch in späteren Jahren verbunden. Zeitlebens war er demnach ein strikter Gegner des Militarismus, Nationalismus und staatlicher Bevormundung.

In seiner biographischen Studie nähert sich Robert Kain zunächst dem Anarchisten Weidt. Darüber hinaus werden dessen Militärdienstzeit, Ehen, Scheidungen und auch seine Erblindung um 1924 und der daraus resultierende Weg zum Bürstenmacher beleuchtet. Einen Schwerpunkt der Untersuchung stellen natürlich die Weidt'schen Hilfsaktionen für verfolgte jüdische Mitmenschen zu Beginn der 1940er Jahre dar. Hierbei bewegte sich Weidt in einem weit verzweigten Hilfsnetzwerk für NS-Verfolgte. (Buchvorstellung durch den Autor, mit Diskussion) (Eintritt frei)

Robert Kain: Otto Weidt. Anarchist und "Gerechter unter den Völkern". Lukas Verlag, Berlin 2017. ISBN 978-3-86732-271-3
Ausgezeichnet von der Bibliothek der Freien als Buch des Jahres 2017


Tsveyfl – dissensorientierte Zeitschrift #2 Anarchismus und Neomoralismus

Wir leben in moralisierten Zeiten. Das reaktionäre Aufbegehren schwemmt eine Partei in die Parlamente, für die die heterosexuelle Kernfamilie und deutsche Primärtugenden wie Pünktlichkeit und Fleiß metaphysisch überhöhte Fixpunkte gesellschaftspolitischen Handelns bilden. Hippe Jungrechte machen sich daran, die moralische Verkommenheit der 68er zu beheben, weil das Abendland mal wieder untergeht. Zugleich maßregeln Nachwuchs-Paschas ihre Mitschülerinnen, wenn deren Kleidung vermeintlich haram ist.Wo die Linke diese Ideologien einer analytischen Kritik unterziehen sollte, verhält sie sich allzu oft als moralisches Gegenprojekt. Insbesondere poststrukturalistisch geprägte Strömungen der Linken stellen dem falschen Moralismus der verschiedenen Rechten keine Kritik entgegen, sondern vielmehr die "richtige" Moral. Es lässt sich also sagen, dass dem klassischen Moralismus der verschiedenen Rechten heute ein linker Neomoralismus entgegensteht, der seine Entwicklung vor allem im Internet erlebt hat. Mit den rechten Moralismen teilt er sich einen gemeinsamen sozialhistorischen Hintergrund: Unter dem Schlachtruf "There is no such thing as society." (Margaret Thatcher) trat der Neoliberalismus einen umfassenden Siegeszug an. Seine kulturelle Deutungshoheit führte zum weitläufigen Abhandenkommens eines Begriffes von Gesellschaft, als etwas von der reinen Summe der Individuen verschiedenes. Eben dieses Fehlen eines Begriffes von Gesellschaft bildet den weltanschaulichen Hintergrund, vor dem sich linke wie rechte Moralismen entwickeln.

Der linke Neomoralismus schlägt sich auf vielfältige Weise nieder. Da sind zum einen Politgruppenplena, in denen darum gerungen wird, die subjektive Schwere individueller Beschädigungen von der Gemeinschaft anerkannt zu bekommen, um diese gleichsam zu objektivieren. Zum anderen politische Zentren die ihre primäre Aufgabe darin sehen, sich vom unmoralischen Verhalten der Mehrheitsgesellschaft abzuschotten und folgerichtig zu StasiLiverollenspielen regredieren; und nicht zu vergessen ist der ganze publizistische Apparat derjenigen, die Rassismus, Ausgrenzung und Sexismus immer da zu erkennen meinen, wo Kulturwaren und Modetrends von Menschen konsumiert werden, die nicht zur vorgesehenen Zielgruppe gehören.

Links am Neomoralismus ist, dass er sich vermeintlich gegen Herrschaft und Ausbeutung richtet. Inspiriert vom Poststrukturalismus versucht er dies zu erreichen, indem er die Marginalisierten und Unsichtbaren der Gesellschaft ins Licht zerrt. Moralistisch ist er, darin gleicht er den klassisch rechten Moralismen, da er keinen Begriff von Gesellschaft und folgerichtig auch keinen von Politik hat. In seinem Blick steht immer die Einzelne und die Frage, ob ihr Verhalten den, von der Moral gesetzten, Verhaltensregeln entspricht. Da er keine Vermittlung kennt, stellt jeder Verstoß für sich immer gleich das ganze Projekt infrage und muss entsprechend geahndet werden.

Der Bezug von Anarchistinnen auf diesen Neomoralismus ist vielfältig. Auf der einen Seite Aktivistinnen, die Herrschaftsverhältnisse als Folge individuellen moralischen Versagens verstehen, die es also als Aufgabe des Anarchismus begreifen die Individuen zur Freiheit zu disziplinieren. Auf der anderen Seite stehen Punkergrüppchen, die mit dem Gestus der Revolte gegen jede Art von Vorschrift auch noch die allerletzten Chauvinisten mit durchziehen.

Lange Zeit schien das Vokabular zu fehlen, um den Neomoralismus und seine Auswirkungen auf um Emanzipation bemühte Gemeinschaften einer Kritik zu unterziehen. In letzter Zeit sind allerdings einige Publikationen erschienen die sich dieser Thematik angenommen haben, wie zum Beispiel das Buch Beißreflexe. Diese blieben aber allzu oft auf der Ebene von Erlebnisberichten und wo sie sich an einer Kritik versuchten, lag der Fokus auf Vermutungen über Psychopathologien.
Was bisher fehlt, ist eine Kritik der Inhalte des neomoralistischen Begriffssystems. Folgende Ansatzpunkte, und damit Vorschläge für mögliche Artikelthemen, kommen uns dabei in den Sinn.

Als erstes sticht der beliebige Umgang mit Theorie ins Auge. Das foucaultsche Diktum vom Werkzeugkasten beherzigend, werden linke Theorien darauf durchforstet, ob sie diskriminierende -ismen entlarven. Diese werden dann aus ihrem theoretischen Kontext gerissen und lose nebeneinandergestellt. Die jedem Zusammenhang entbehrenden Listen von unerwünschten -ismen kennt jede, die gelegentlich in linken Veranstaltungsorten verkehrt. Dass die Theorietraditionen, aus denen sich beispielsweise die Begrifflichkeiten queerer Kritik entwickelt haben, schwerlich mit den Grundlagen einer Kritik des Antisemitismus zusammengehen, wird dabei geflissentlich unterschlagen. Wichtiger scheint es zu sein, neue -ismen dem Katalog hinzufügen zu können, da den Modus ihrer Anwendung im Zweifelsfalles ohnehin der Moralismus diktiert – sie also gar nicht mehr auf den Begriff gebracht werden müssen.

In Abwesenheit eines Begriffes von Gesellschaft werden konkrete Räume umso wichtiger, gedacht wahlweise als Freiräume oder als Schutzräume. Man orientiert sich an der Frage, wie gesellschaftliche Verhältnisse aus diesen Räumen ausgesperrt werden können. Dass dieses Projekt zum Scheitern verurteilt ist, ist evident. Nichtsdestoweniger wird auf diesem Wege die tatsächlich mögliche politische Arbeit in linken Zentren regelmäßig torpediert.

Durch die projektive Vorstellung einer befreiten Gesellschaft im Kleinen, die sich in bestimmten Räume realisieren könnte, wird der Neomoralismus zum Ticket. Wer seine Lehren verinnerlicht und sein Verhalten anpasst, darf teilhaben. Diese Teilhabe ist allerdings stets prekär. Denn wer gewogen und für zu leicht befunden wird, dem droht der Ausschluss. Die Art und Weise wie diese Verurteilungen vorgenommen werden, haben aber oft sehr viel mit dem sozialen Kapital der Beschuldigten zu tun, und sehr wenig damit tatsächlich Räume zu schaffen in denen emanzipatorisches Handeln möglich wird.

Dabei integriert der Neomoralismus durchaus Inhalte des klassischen Moralismus; konkrete individuelle Körper, insbesondere weibliche sind ihm grundsätzlich verdächtig – sie werden als diffus bedrohlich und schuldbelastet wahrgenommen, dementsprechend reglementiert, und die Bezugnahme auf sie streng sanktioniert. Gegenstand einer weiteren feministischen Kritik könnte die Frage sein, wie sich im Neomoralismus die Grundpfeiler patriarchaler Strukturen reproduzieren.

Einen weiteren Ansatzpunkt stellt das paradoxe neomoralistische Verhältnis zur Identität dar. In der Praxis ist diese offensichtlich völlig beliebig. Das ist erst einmal gut, denn die Freiheit sich selbst zu entwerfen ist ein Ziel emanzipatorischer Politik. Zugleich wird sie aber als Absolut gesetzt, als unhinterfragbare letzte Wahrheit über das jeweilige Individuum. Das geht so weit, dass wer bestimmte identitätsstiftende Theorien hinterfragt, den Vorwurf erntet ihre Anhängerinnen in den Selbstmord zu treiben und somit auch physisch zu Vernichten. An diese Identitätsparadoxie schließt sich eine Verschiebung des Diskriminierungsbegriffes an. Gemeinhin könnte man annehmen, dass Diskriminierung dort stattfindet, wo jemand aus der Gemeinschaft zu Transzendenz fähiger menschlicher Wesen ausgeschlossen, und auf die eine oder andere soziokulturell aufgeladene physische oder psychische Eigenschaft reduziert wird. Im Neomoralismus findet eine subtile Verschiebung des Diskriminierungsbegriffes statt, nach der diese dort vorliegt, wo die absolute und zugleich beliebige Identität nicht als Absolutum akzeptiert wird. Eine kritische Bestandsaufnahme könnte der Frage gelten, inwieweit dieser Diskriminierungsbegriff für linke Diskurse noch Relevanz haben kann. 

Abseits der begrifflichen Untersuchung lohnt sich auch ein Blick auf die neomoralistische Praxis. Denn diese scheitert konsequent daran, die von ihr angestrebten Zustände zu verwirklichen. Es drängt sich die Frage auf, ob das Verhältnis von Moral und Bigotterie, das für konservative Moralismen hinreichend dokumentiert ist, nicht auch dem Neomoralismus zu Grunde liegt.

Und um auch positive Elemente mit einzubeziehen, könnte die Frage untersucht werden, welche Ethik für um Emanzipation bemühte Gemeinschaften tatsächlich hilfreich ist, und ob sich nicht im Anarchosyndikalismus Grundlagen dafür entdecken lassen.

In der zweiten Ausgabe von "Tsveyfl – Dissensorientierte Zeitschrift" wollen wir uns daranmachen, die Eigenschaften des Neomoralismus näher zu bestimmen und sein begriffliches Verhältnis zum Anarchismus zu untersuchen. Jede, die sich vorstellen kann zu einem der skizzierten Themenfelder, oder zu einer vom Thema inspirierten Analyse, deren Perspektive in diesem Call nicht aufgeführt ist, einen Artikel zu verfassen, ist herzlich eingeladen sich an der Debatte zu beteiligen.

Abstracts (max. 1 Seite) werden bitte bis zum 15.01.2018 an tsveyfl@gmail.com geschickt. Namen und Kontaktmöglichkeit aller Autorinnen, sowie Eckdaten zu diesen sind beizufügen.


23. bis 29. Juli 2018 Utopie-Kongress in Berlin

Ziel dieses Kongresses ist es, mehr aus der bloßen Antihaltung gegen den Kapitalismus herauszukommen und unsere Visionen einer neuen Gesellschaft und deren Realisierung (!) nach vorne zu bringen.
Damit wir uns nicht (mal wieder) nur in unserer linksradikalen oder universitären Ecke aufhalten, sondern breite Teile der Bevölkerung mit unseren Visionen einer antikapitalistischen Gesellschaft erreichen, soll der Kongress in einer ganz speziellen Form ausgerichtet werden: Vor dem Hintergrund, dass viele Menschen einen Internetzugang haben, gerne spielen und oft dabei sind, wenn es darum geht etwas für umsonst zu gewinnen… will der Utopiekongress versuchen,  den Hype der Fußball-WM 2018 für die eigenen Zwecke zu nutzen. Was damit gemeint ist und wie ihr daran teilnehmen könnt, könnt ihr unter www.utopie-congress.org erfahren.
Wir würden uns freuen, wenn ihr diese Form akzeptieren könntet und eure Visionen einer nichtkapitalistischen Gesellschaft in Form der Anti-Kap-WM beim Utopie-Kongress präsentieren würdet.
Wenn ihr als Team nicht mitspielen wollt/könnt, aber dennoch den Kongress unterstützen wollt, gibt’s diverse Möglichkeiten ( z.B.: Übersetzen, Bereitstellen von Preisen, kochen etc.) Das Orga-Team könnt ihr anmailen unter info@utopie-congress.org      

P.S.: Weil es schon die ersten Nachfragen gab, deren Antworten wohl nicht aus der Website hervorgehen… hier noch weitere Infos:

Jede*r wird die Grundformen jedes Länderspieles kennen: Es werden die Nationalhymnen gespielt, Wimpeltausch, Shake-Hands, Schiedsrichter losen aus, welches Team beginnt, Teams haben unterschiedliche Trikots, Spieler spielen auf 11 verschiedenen Positionen; das Ziel ist innerhalb von 2x45 min mehr Tore zu schießen als der Gegner. Es gibt Fouls, Elfmeter, Einwürfe, Abseits, Freistöße und ein Schiedsrichtergespann, was immer entscheidet. – Und alle diese Elemente werden beim Utopia-Kongress vorkommen. Das ist besonders wichtig, weil eine Woche davor haben diese Rituale Millionen von Zuschauern 4 Wochen lang am Bildschirm mit Spannung verfolgt, um ihrem Team die Daumen für einen Sieg zu drücken.
Und dieser Hype der Fußball-WM, der quasi noch in der Luft liegt, soll für den Utopie-Kongress benutzt werden. Er könnte z.B. in normalen Medien beworben werden mit: Die WM ist noch nicht zu Ende“ „Die erste WM, wo sie mitspielen und Preise gewinnen können.“ etc. – Es geht nämlich nicht in erster Linie um die 500 oder 1000 Menschen im Saal, die den Utopie-Kongress live erleben, sondern um die (hoffentlich) Zigtausenden, die auf der ganzen Welt per livestream den Kongress verfolgen und quasi per Voting und e-Maileingaben den „Spielverlauf“ beeinflussen können.

Was ist alles anders zu einer Fußball-WM:
Es gibt keine 11 Spieler/Team, sondern nur 1 oder 2, die aber auf allen 11 Positionen spielen.
Statt Nationalhymne werden die entsprechenden „Freiheitssongs“ der jeweiligen Teams gespielt.
Die Trikots und Wimpel bestehen aus dem Namen/Logo (z.B. Utopie ist machbar, RTL/Parecon) der Teams.
Die Teams können auch geschlechtlich gemischt sein.
Die Zuschauer*innen können alle 15 min voten, welches Team Tore geschossen hat. Außerdem können sie Eingaben machen, die/der Schiedsrichter*in aufnehmen kann.
Der/die Schiedsrichter*in bestimmt, wo gerade der Ball ist.

Das Spielfeld ist ein Raum mit Toren Anzeigetafel, wo die 11 Positionen aufgezeichnet sind:
Tor = Grundbedürfnisse
Verteidigung = Ökonomie-Mitbestimmung/Staatsform-Produktion/Distribution- Ethik
Mittelfeld = Eigentum-Umgehen mit Regelbrecher*innen-Erziehung/Schule/Ausbildung
Angriff = Forschung-Realisierung-Ökologie

Der/die Utopie-Kongress-Spieler*in steht auf einem Feld solange mit einem richtigen Ball (und referiert zu diesem Thema) bis der/die Schiedsrichter*in ihm/ihr den Ball wegnimmt und dem/der Gegner*in zuspielt.
Und natürlich soll es auch – wie bei einem richtigen WM-Turnier – Gruppenspiele, Halbfinale und Finale geben. Wenn aber hier von Verlierer*innen/Gewinner*innen, Gegner*innen und Kampf gesprochen wird, dann soll allen teilnehmenden Teams ja wohl klar sein, dass es darum in Wirklichkeit nicht geht. Wir ziehen doch alle am gleichen Strang. Wir wollen den Kapitalismus abschaffen und eine freie, selbstbestimmte und friedliche Welt für alle Menschen aufbauen. Der spielerische, showartige Rahmen dient doch nur dazu möglichst viele Menschen auf unsere Vorstellungen aufmerksam zu machen. – Ein spezielles Briefing vor Beginn des Kongresses/Turniers mit allen Teams und den Schiedsrichter*innen wird das noch mal schlußendlich klarstellen.

 


Schaut euch mal den Blog an: https://victoryviktoria.wordpress.com/
Es lohnt sich.
Insbesondere dieser Beitrag: https://victoryviktoria.wordpress.com/2017/08/28/anarchismus-in-deutschland-im-jahr-2017-wir-leben-die-anarchie/


aktuelle anarchistische literarische Texte

Die HerausgeberInnengemeinschaft irrliche - http://www.irrliche.org - ist ein Projekt, dass primär aktuelle anarchistische literarische Texte, Theaterstücke usw. zugänglich macht. Die Durchsetzung einer alternativen Gesellschaft muss, um erfolgreich zu sein, nicht nur Institutionen verändern, sondern auch das Subjekt selbst und die 'privaten' Verhältnisse. Hier sind Kunst und Literatur wesentlich wirksam. Alternative Literatur ist nicht Literatur, die wohlmeinende politische Propaganda verbreitet, sondern eine Literatur, die unser subjektives Leben von Grund auf in Frage stellt. Das Private ist politisch und in diesem Sinn ist Literatur über das Private politisch.

Es wurde gerade ein Relaunch der Seite http://www.irrliche.org erstellt. Die Arbeit nutzt aber nichts, wenn niemand sie aufruft. Deshalb die Bitte an Euch: Verlinkt bitte die Seite, falls Ihr Möglichkeiten dazu auf eigenen Webseiten habt, und weist über andere Foren - Web 2.0 - darauf hin. Die Texte auf der Seite dürfen alle auch einzeln frei weiterverbreitet werden (CC BY SA).


„Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie verboten.“

Anarchistische Parteinahmen

Zur Geschichte und Perspektive anarchistischer Parteien

ein A-Laden-im-Exil-Impulsvortrag zur Diskussion von R@lf G. Landmesser 2016 im Baiz/Berlin

Hier der Link: http://uepd.de/wordpress/de/2015/09/14/anarchistische-parteinahmen/


Spendenaufruf für einen gut finanzierten Anarchismus ;-)

Den gelungenen Aprilscherz aus dem A-Laden Berlin (angebliche Großspende für den A-Laden) wollen wir zum Anlass nehmen, auf die finanzielle Misere des A-Ladens aber auch vieler anderer anarchistischen Projekte hinzuweisen. Aktives Engagement ist gut und wichtig. Aber "passives" Enagement in Form von finanziellen Zuwendungen - vor allem regelmäßig - ist ebenso wichtig. Ihr müsst nur einmal aktiv werden und einen Dauerauftrag einrichten. Als Richtschnur für einen monatlichen Beitrag sollten mindestens ein Prozent eures verfügbaren Nettoeinkommens gelten. Nach oben gibt es selbstverständlich keine Grenzen. Durch die Kollektivität kleiner regelmäßiger Spenden können auch ganz große Dinge entstehen. Eine Faustregel könnte sein, dass ihr Läden, Projekte, Gruppen in eurer Stadt bzw. Region unterstützt. Auf geht's - gebt euch einen Ruck, falls ihr nicht sowieso schon regelmäßig spendet.

Auf unserer Homepage findet ihr z. B. unter A- Links viele Gruppen und Projekte, die ihr unterstützen könnt.

Wer zu faul zum Suchen ist und gleich für ein konkretes Projekt loslegen will:
Daueraufträge für den A-Laden Berlin können auf folgendes Konto eingerichtet werden:
Freunde der direkten Aktion (FddA), Konto-Nr.: 489 767 107, BLZ: 100 100 10, Postbank Berlin, IBAN: DE93 1001 0010 0489 7671 07, BIC (SWIFT): PBNKDEFF

Neuerscheinungen im AV-Verlag

http://www.edition-av.de/images/kischinew.jpg

Kischinew - Das Pogrom 1903
herausgegeben von Andreas W. Hohmann und Jürgen Mümken
ISBN 978-3-86841-123-2
246 Seiten
16 €
http://www.edition-av.de/buecher/kischinew.html

http://www.edition-av.de/images/nyborg-2-newyork01.jpg

Ernest Nybørg
Lena Halberg - New York '01

Thriller
ISBN 978-3-86841-128-7
310 Seiten
14,50 €
http://www.edition-av.de/buecher/nyborg-2-newyork01.html

http://www.edition-av.de/images/machno_2.jpg

Valentin Tschepego (Hrsg.)
MACHNO. Zeugnisse einer Bewegung
Band 2: Aus Machnos Feder
ISBN 978-3-86841-159-1
138 Seiten
12 €
http://www.edition-av.de/buecher/machno_2.html

http://www.edition-av.de/images/sattler-risse_im_gesicht.jpg

Renate Sattler
Risse im Gesicht
Roman
ISBN 978-3-86841-157-7
211 Seiten
16 €
http://www.edition-av.de/buecher/sattler-risse_im_gesicht.html

http://www.edition-av.de/images/landauer12.jpg

Gustav Landauer
Friedrich Hölderlin in seinen Gedichten
Hrsg., kommentiert, mit einer Einleitung sowie einem Register versehen von Siegbert Wolf. Illustrationen von Uwe Rausch.
ISBN 978-3-86841-152-2
159 Seiten
18 €
http://www.edition-av.de/buecher/landauer12.html

http://www.edition-av.de/images/mendyka-libertaere_schulkritik.jpg

Mathias Mendyka
Libertäre Schulkritik und anarchistische Pädagogik

ISBN 978-3-86841-155-3
123 Seiten
14 €
http://www.edition-av.de/buecher/mendyka-libertaere_schulkritik.html

http://www.edition-av.de/images/degen-ffs.jpg

Hans Jürgen Degen
Anarchismus in Deutschland 1945 - 1960
Die Föderation Freiheitlicher Sozialisten
ISBN 978-3-86841-115-9
523 Seiten
24,50 €
http://www.edition-av.de/buecher/degen-ffs.html

http://www.edition-av.de/images/ne_znam_2.jpg

Ne znam - Zeitschrift für Anarchismusforschung
Nummer 2 | Herbst 2015

Herausgeber von Philippe Kellermann
ISBN 978-3-86841-153-9
146 Seiten
12 €
http://www.edition-av.de/buecher/ne_znam_2.html

http://www.edition-av.de/images/lepoupil.jpg

Paul Le Goupil
Résistance und Todesmarsch

Ein Franzose in Buchenwald, Halberstadt und Langenstein
Übersetzt und bearbeitet von Pierre Dietz
ISBN 978-3-86841-137-9
424 Seiten
16 €
http://www.edition-av.de/buecher/lepoupil.html

http://www.edition-av.de/images/syfo_2014.jpg

Syfo- Forschung & Bewegung
Mitteilungen des Instituts für Syndikalismusforschung - Nr. 5 - 2015

ISSN 2192-6980
ISBN 978-3-86841-138-6
121 Seiten
10 Euro
http://www.edition-av.de/buecher/syfo_2015.html

http://www.edition-av.de/images/sie_werden_nicht_durchkommen_1.jpg

Werner Abel & Enrico Hilbert
„Sie werden nicht durchkommen“
Deutsche an der Seite der Spanischen Republik und der sozialen Revolution
unter Mitarbeit von Harald Wittstock, Friedrich Villis und Dieter Nelles
ISBN 978-3-86841-112-6
570 S.
45 €
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Helge Döhring (Hg.)
Fritz Oerter: Texte gegen Krieg und Reaktion
Reihe: Kapital braucht Kriege - Wir nicht! AnarchistInnen und SyndikalistInnen im I. Weltkrieg.
Band 4
ISBN 978-3-86841-116-4
174 Seiten
16 €
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Martin Veith
Militant!
Stefan Gheorghiu und die revolutionäre Arbeiterbewegung Rumäniens
ISBN 978-3-86841-134-8
296 Seiten
19,90 €
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Günter Rückert
Das Karbidkommando
Edelweißpiraten gegen Miesmolche
Herausgegeben von Heiko Koch
 
ISBN 978-3-86841-142-3
64 Seiten
14 €
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Ruth Weiss
WEGE IM HARTEN GRAS
Erinnerungen an Deutschland, Südafrika und England
Mit einem Nachwort von Nadine Gordimer
ISBN 978-3-86841-162-1
306Seiten
18 €
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Oskar Kanehl
„Kein Mensch hat das Recht, für Ruhe und Ordnung zu sorgen“
Herausgegeben und eingeleitet von Wolfgang Haug
ISBN 978-3-86841-146-1
400Seiten
18 €
http://www.edition-av.de/buecher/kanehl.html

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Anarchismus und Geschlechterverhältnisse
Band 1
Herausgegeben von Philippe Kellermann
ISBN 978-3-86841-139-3
206 Seiten
16 €
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Lutz Finkeldey
Im Kino der Gesellschaft
Eine soziologische Skizze zwischen Wirklichkeit und Wahrheit 
ISBN 978-3-86841-154-6
337 Seiten
18 €
http://www.edition-av.de/buecher/finkeldey_kino.html

http://www.edition-av.de/images/ne_znam_3.jpg

Ne znam - Zeitschrift für Anarchismusforschung
Nummer 3 | Frühjahr 2016
Herausgeben von Philippe Kellermann
ISBN 978-3-86841-161-4
178 Seiten
12 €
http://www.edition-av.de/buecher/ne_znam_3.html

Werner Abel, Enrico Hilbert & Harald Wittstock
„Sie werden nicht durchkommen“
Deutsche an der Seite der Spanischen Republik und der sozialen Revolution.
Band 2: Bilder und Materialien

ISBN 978-3-86841-113-3
330 S.
24,50 €

http://www.edition-av.de/buecher/sie_werden_nicht_durchkommen_2.html

David H.T. Wong:
Flucht zum Goldenen Berg
Comic

ISBN 978-3-86841-144-7
243 Seiten
19,90 €

http://www.edition-av.de/buecher/wong.html

Miriam Magall
Kindheit in Ägypten
Roman

ISBN 978-3-86841-111-9
340 Seiten
18 €

http://www.edition-av.de/buecher/magall-kindheit_in_aegypten.html

Sulamith Sparre
La Liberté  - die Freiheit ist eine Frau
Der Kampf der Frauen um ihre Bürger- und Menschenrechte in der Französischen Revolution

ISBN 978-3-86841-163-8
500 Seiten
24,50 €

http://www.edition-av.de/buecher/sparre-la_liberte.html

Sarah Endsee
Der Tag dazwischen
Kriminalroman

ISBN978-3-86841148-5
352 Seiten
18 €

http://www.edition-av.de/buecher/der_tag_dazwischen.html

Günter Rückert
Das Karbidkommando
Edelweißpiraten gegen Miesmolche
Comic

ISBN 978-3-86841-142-3
64 Seiten
14 €

http://www.edition-av.de/buecher/edelweisspiraten.html

Oskar Kanehl
„Kein Mensch hat das Recht, für Ruhe und Ordnung zu sorgen“
Herausgegeben und eingeleitet von Wolfgang Haug

ISBN 978-3-86841-146-1
400Seiten
18 €

http://www.edition-av.de/buecher/kanehl.html

Ruth Weiss
ZIMBABWES DIKTATOR

Die Perle, die den Glanz verlor

ISBN 978-3-86841-175-1
156 Seiten
14,90 €

http://www.edition-av.de/buecher/weiss-simbabwe.html

Andreas Losch, Thomas Reichert und Johannes Waßmer (Hrsg.)
»Alles in der Schrift ist echte Gesprochenheit«

Martin Buber und die Verdeutschung der Schrift
Martin Buber-Studien 2

ISBN 978-3-86841-117-1
294 Seiten
19,90 €

http://www.edition-av.de/buecher/buber-studien_2.html

Steckbriefe
gegen Eisner, Kurt und Genossen wegen Landesverrates
Ein Lesebuch über Münchner Revolutionärinnen und Revolutionäre im Januar 1918
herausgegeben von Cornelia Naumann und Günther Gerstenberg

ISBN 978-3-86841-173-7
310 Seiten
24,90 €

http://www.edition-av.de/buecher/steckbriefe.html

Ernest Nybørg
Lena Halberg - London '05
Thriller
Der dritte Teil der Trilogie über die Verflechtungen von Politik, Geheimdiensten und Rüstungsindustrie
ISBN 978-3-86841-123-0
314 Seiten
14,50 €

http://www.edition-av.de/buecher/nyborg-3-london05.html

Gustav Landauer
Die Revolution
Textkritische Ausgabe der Erstauflage
Hrsg., kommentiert, mit einer Einleitung sowie einem Register versehen von Siegbert Wolf. Illustrationen von Uwe Rausch.
ISBN 978-3-86841-168-3
192 Seiten
18 €
http://www.edition-av.de/buecher/landauer13.html

Ruth Weiss
Die Löws
Der Aufstieg
Eine jüdische Familiensaga in Deutschland - Band 3

Roman
ISBN 978-3-86841-169-0
247 Seiten
16 €
http://www.edition-av.de/buecher/weiss-die_loews_3.html

Augustin Souchy
Die tragische Woche im Mai 1937
eingeleitet und herausgegeben von Wolfgang Haug
ISBN 978-3-86841-164-5
169 Seiten
16 €
http://www.edition-av.de/buecher/souchy-mai_1937.html

 

Heinz Ratz
Taumel ist mein Leben

Gedichte

ISBN 978-3-86841-186-7
98 Seiten
10 €

http://www.edition-av.de/buecher/ratz-taumel_ist_mein_leben.html

 

Wolfram Beyer (Hrsg.)
INTERNATIONALE DER KRIEGSDIENSTGEGNER/INNEN
1947 - 2017

Beiträge zur Geschichte
Pazifismus – Antimilitarismus – Gewaltfreiheit - Widerstand gegen den Krieg

ISBN978-3-86841-187-4
129 Seiten
14 €

http://www.edition-av.de/buecher/idk.html

 

Gruppe russischer Anarchisten in Deutschland
Die Verfolgung des Anarchismus in Sowjetrussland (1918 - 1922)
Herausgegeben von Philippe Kellermann

ISBN 978-3-86841-184-3
259 Seiten
17 €

http://www.edition-av.de/buecher/verfolgung_des_anarchismus_in_sowjetrussland.html

 

 

 

Miriam Magall
„O Deutschland, deine Dichter und Denker!“

Wie deutsche Schriftsteller, Politiker und Kirchen Juden und Israel heute sehen
ISBN 978-3-86841-150-8
194 Seiten
18 €

http://www.edition-av.de/buecher/magall-dichter_und_denker.html

 

 

Michael Englishman
163256: laut und klar
Aus der Asche des Holocaust

ISBN 978-3-86841-143-0
228 Seiten
16 €

http://www.edition-av.de/buecher/englishman.html

 

 

Helge Döhring
Anarcho-Syndikalismus

Einführung in die Theorie und Geschichte einer internationalen sozialistischen Arbeiterbewegung

ISBN 978-3-86841-143-0
228 Seiten
16 €

http://www.edition-av.de/buecher/doehring-anarchosyndikalismus.html


Fernseh-Interview mit David Graeber zu Anarchismus, Schulden, Geld und der Idee des bedingungslosen Grundeinkommen
http://www.grundeinkommen.ch/srf-sternstunde-philosophie-mit-david-graeber/

David Graeber ist Professor für Anthropologie in England. Er hat ein sensationelles Buch geschrieben zur Geschichte von Schulden. Graeber zeigt darin auf, dass seit der Erfindung des Kredits (und damit des Geldes) vor 5000 Jahren das Versprechen auf Rückzahlung die Menschen in die Sklaverei treibt. Und er zeigt auf, dass das Mittel eines Schulderlass oder Schuldenschnittes in der Geschichte immer wieder praktiziert wurde und auch heute eine relevates und vielleicht notwendiges Mittel sein könnte zum Ausstieg aus der weltweiten Schuldenkrise.


Hier ein Aufruf von des Internet-Providers FREE!: Das FREE! Projekt benötigt mehr Nutzer und Nutzerinnen, um die Finanzierung zu sichern.

Leider hat ein bisher sehr großzügiger Nutzer des FREE!-Projekts für uns vollkommen überraschend die Zusammenarbeit beendet. Und noch ein weiteres großes Projekt hat die in Anspruch genommenen Dienste stark reduziert. Dadurch fehlen uns monatlich rund 1000 Euro zur Finanzierung des Betriebs. Du kannst Freunde, Verwandte oder Kollegen mit gmail, web.de, gmx usw. Adressen fragen ob sie nicht lieber ein FREE!-Postfach nutzen möchten. Anstatt mit den persönlichen Daten zu bezahlen, ist zwar ein kleiner Unkostenbeitrag erforderlich, aber dafür gibt es bei FREE! keine Abhörschnittstelle und die Server werden mit Ökostrom betrieben.
Was ist FREE? Das FREE! Projekt wurde Anfang 1991 vom gemeinnützigen Verein Wissenschaftsladen Dortmund e.V. ins Leben gerufen. Ziel war und ist die Nutzung neuer Formen elektronischer Kommunikation zur Förderung eines freien und unzensierten Informationsaustauschs für interessierte Individuen und Gruppen.

Alles weitere Wissenswerte über das FREE! Projekt gibt es unter   http://www.free.de/about/


Urkommunismus: Utopie - das Erbe einer fernen Vergangenheit - Entstehung und Entfaltung einer egalitären Gesellschaft von Bernhard Brosius

Nach der Verbrennung der sozialistischen Utopie im Stalinismus hat die Entdeckung jener Gesellschaft (der von Catal Hüyük in der heutigen Türkei) eine besondere Bedeutung erhalten. Sie ermöglicht es, empirische Erfahrungen zu sammeln und gibt ein Beispiel für die Beziehungen zwischen kommunistischen Produktionsverhältnissen und den gesellschaftlichen Verhältnissen - und zwar bei einer Gesellschaft, die nicht 80 Jahre bestand, sondern 3.000 Jahre (ab 7200 v. Chr). Dass eine Entwicklung wie die beschriebene in der Steinzeit möglich war, bestätigt einmal mehr, dass nicht der technische Standard, sondern die gesellschaftlichen Verhältnisse über die Lebensqualität und den Gesellschaftscharakter entscheiden. Und was wäre heute möglich - auf dem heutigen Stand unserer technischen Entwicklung -, wenn wir endlich vernünftige gesellschaftliche Verhältnisse hätten...


n-tv-Interview mit Dr. Heide Göttner-Abendroth, der Begründerin der modernen Matriarchatsforschung: Wie lebt es sich im Matriarchat? "Frauenherrschaft? Das ist Unfug!"

Der Kabarettist Volker Pispers erklärt den Kapitalismus - sehenswert!

Marc-Uwe Kling: Wer hat uns verraten? - Ein Song über die SPD.


Anarchie ist Freiheit und Freude am Leben

Die Anarchie ist eine Quelle von Kreativität. Vom gesellschaftlichen Druck befreit, beginnen die Menschen ganz spontan zu erfinden, nach Schönheit und Intelligenz zu suchen, miteinander zu kommunizieren. In guter Erde können sogar die kleinsten Sachen zu großen Bäumen heranwachsen, die reiche Früchte tragen.
Revolutionsregel Nr. 54, in: Bernard Werber "Revolution der Ameisen", Dritter Band der Trilogie, Heyne-Verlag, 1998, S. 386


Was ist eigentlich Anarchie? - Ein immer noch und immer wieder aktueller Redebeitrag


„Ich bin nicht der Eigentümer des Anarchismus. Ich glaube nicht an Eigentum an Ideen. Der Anarchismus existierte vor mir, wie er nach mir existieren wird. Ich kann ihn nur für mich selbst interpretieren.“
Benjamin R. Tucker (in: „Liberty“, XI vom 30.11.1895, S. 3)


Vergleich von echtem Ökostrom


„Man wäre kein wahrer Anarchist, wenn man auf Grundsätzen beharren würde.“
Eva Demsik (in: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9159225.html)