Kriegsdienstverweigerung

Alle Infos hier sind von der Homepage der Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienstgegner.
Dort findest du alle aktuellen Informationen für die Antragstellung als Kriegsdienstverweigerer. Es gibt aber auch noch andere Möglichkeiten, den Dienst bei der Bundeswehr zu umgehen. Dazu verweisen wir dich auf unsere Seite www.machs-wie-dieter.de

Alle Anträge auf Kriegdienstverweigerung werden vom Bundesamt für den Zivildienst entschieden. Die ehemaligen Ausschüsse und Kammern für Kriegsdienstverweigerung sind aufgelöst.

Das Bundesamt für den Zivildienst (BAZ) bearbeitet die KDV-Anträge von:

- Ungediente Wehrpflichtige
- Wehrpflichtige, die eine schriftliche Vorbenachrichtigung erhalten haben, dass sie als Ersatz für Ausfälle kurzfristig einberufen werden können
- Wehrpflichtige, die bereits einen Einberufungsbescheid zum Grundwehrdienst bei der Bundeswehr erhalten haben
- Soldaten
- Frauen, die Zeit- oder Berufssoldatinnen sind Reservisten
- Zweitantragsteller, also Kriegsdienstverweigerer, deren (erster) Antrag abgelehnt bzw. von ihnen zurückgenommen wurde
- Alle Wehrpflichtigen, die im Spannungs- oder Verteidigungsfall einen KDV-Antrag stellen

Beim Bundesamt sind die Erfolgsaussichten für die Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer sehr hoch, wurden doch in der Vergangenheit mehr als 95 Prozent aller KDV-Anträge anerkannt.

Für die Politik ist es mittlerweile Normalität, dass sich Deutschland an internationalen Kriegseinsätzen beteiligt. Die Weigerung, am Irak-Krieg im Frühjahr 2003 teilzunehmen, war eine Ausnahme. Sie kam in der Bevölkerung gut an, hat aber nicht zu einem sicherheitspolitischen Umdenken geführt. Die neuen Verteidigungspolitischen Richtlinien, die im Mai 2003 vom rot-grünen Kabinett verabschiedet wurden, zeigen den Weg auf, den die Bundeswehr künftig beschreiten wird. Für die Bundesregierung hat sich die Sicherheitslage nach dem 11.September 2001 grundlegend verändert. Die neue sicherheitspolitische Lage "umfasst das gesamte Spektrum sicherheitspolitisch relevanter Instrumente und Handlungsoptionen....Für die Bundeswehr stehen Einsätze der Konfliktverhütung und Krisenbewältigung, auch über das Bündnisgebiet hinaus, im Vordergrund". Verteidigungsminister Struck fügte hinzu: "Deutsche Interessen werden künftig am Hindukusch und in Hindelang verteidigt". Bundeswehreinsätze in aller Welt lösen als Hauptaufgabe die herkömmliche Landesverteidigung ab. Erforderlich ist daher eine weitere Umgestaltung der Bundeswehr. Zeit- und Berufssoldaten sollen diese Aufgaben im Ausland erfüllen. Mit Grundwehrdienstleistenden wäre diese Aufgabe nicht zu bewältigen. Sie sollen stattdessen in der Heimat Kasernen und Waffendepots bewachen, sowie bei Naturkatastrophen und Unglücksfällen zum Einsatz kommen.

Mit diesen Aufgaben begründet Verteidigungsminister Struck die Allgemeine Wehrpflicht, die zusehends unter Legitimationsdruck gerät. Grundwehrdienstleistende stellen heute die kleinste Gruppe aller Wehrpflichtigen dar (nur noch 12 Prozent der Soldaten der Bundeswehr sind Grundwehrdienstleistende), gefolgt von den Zivildienstleistenden. Künftig sollen diese beiden Gruppen zu gleichen Anteilen zu ihren jeweiligen Diensten einberufen werden. Die große Gruppe der zur Verfügung stehenden Wehrpflichtigen macht gar nichts. Sie werden nicht erfasst, als untauglich gemustert, oder leisten weder Grundwehr- noch Zivildienst, weil sie nicht gebraucht werden. Die Wehrpflicht ist ein Auslaufmodell und wird über kurz oder lang fallen.

Bevor du einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung stellst, hast du verschiedene Möglichkeiten zum Nulldienst.

Weiter: Vier Chancen für den Nulldienst

Vier Chancen für Nulldienst

Hier findest du 4 Möglichkeiten, weder Grundwehrdienst noch Zivildienst leisten zu müssen, die du dir nicht entgehen lassen solltest.

1. Vor der Musterung

Warte ab, ob du überhaupt gemustert wirst. Von jedem Jahrgang werden mindestens 50.000 Jugendliche nicht gemustert. Melde dich auf keinen Fall beim Kreiswehrersatzamt und frage nicht nach, wann du gemustert wirst.

2. Bei der Musterung

Stelle keinen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung (KDV) vor oder bei der Musterung. Warte ab, ob du überhaupt tauglich bist. Wer vor oder bei der Musterung den Kriegsdienst verweigert verschlechtert seine Chancen, ausgemustert zu werden. In vielen Kreiswehrersatzämtern sind die Kriegsdienstverweigerer bei der Musterung auf einer Liste markiert und häufiger tauglich, als andere.
Es gibt nur noch folgende Tauglichkeitsstufen:

Von jedem Jahrgang werden rund 100.000 Jugendliche untauglich (T5) gemustert.

3. Nach der Musterung

Warte mit deinem KDV-Antrag ab, ob die Bundeswehr dich überhaupt braucht und einberuft. Für den Grundwehrdienst stehen viel mehr Wehrpflichtige zur Verfügung, als benötigt werden. Meist wird nur jeder Zweite einberufen. Alle anderen machen nichts. Du kannst mit deinem KDV-Antrag warten , bis du einen Einberufungsbescheid zur Bundeswehr bekommst. Dann musst du noch am gleichen Tag(!!!) deinen KDV-Antrag beim Kreiswehrersatzamt abgeben, um problemlos anerkannt zu werden. Lese weiter unter: www.machs-wie-Dieter.de

4. Anerkannter Kriegsdienstverweigerer

Für anerkannte Kriegsdienstverweigerer gibt es nicht genügend freie Zivildienstplätze und deren Zahl sinkt Jahr für Jahr. Das heißt: Es können nicht alle einberufen werden, auch wenn sie Zivildienst leisten möchten.

Die Wohlfahrtsverbände stellen nur Zivildienstleistende ein, die sich vorher um einen Zivildienstplatz beworben und eine sogenannte Einverständniserklärung unterschreiben haben. Wer sich also keine Stelle sucht, wird derzeit nicht einberufen. Wer bis zu seinem 23.Lebensjahr - trotz Verfügbarkeit - nicht einberufen wurde, braucht keinen Dienst mehr zu leisten.

 

Verzeichnis der Abkürzungen