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2003

17. Oktober 2003, Freitag 19 Uhr, Bibliothek der Freien, Anarchistische Bücherei im Haus der Demokratie, Greifswalder Str. 4, 2. Hof, Raum 1102, 10405 Berlin - Prenzlauer Berg
 

Michael Kubina: Von Utopie, Widerstand und Kaltem Krieg.
Das unzeitgemäße Leben des Berliner Rätekommunisten Alfred Weiland (1906-1978).

Vorstellung einer Neuerscheinung
Eintritt frei
Am Morgen des 11. November 1950 wird der Berliner Journalist Alfred Weiland von Agenten der sowjetischen Staatssicherheit aus den Westsektoren in den sowjetischen Sektor verschleppt.
Das Buch schildert die politische Biographie dieses Journalisten, ist aber zugleich ein Beitrag zur Besatzungsgeschichte Berlins. Im Mittelpunkt stehen dabei die Jahre 1945-1950, als Weiland versuchte, eine Sammlungsbewegung freiheitlicher Sozialisten zu schaffen (mehr unter http://www.BibliothekderFreien.de/veranst.html ).

22. November 2003 20 Uhr, Slaughterhouse (Kulturfabrik), Lehrter Str. 35, Berlin
  A-Laden-Geburtstagsparty

Samstag, den 22. November 2003, im Slaughterhouse (Kulturfabrik) Lehrter Str. 35, ab 20 h feiert der A(narchistische) Laden 15jähriges Bestehen.

Es wirken mit:
Dr. Seltsam (Kabarettist)
Andreas Hansen (Herausgeber vom "Gegner")
Bert Papenfuß (Schriftsteller, DDR-Oppositioneller)
Der singende Tresen (Sperrstundenmusik)
Geigerzähler (Anti-Liedermacher)
Pat (Working Class und Wobbly-Hymnen)
Ralf Landmesser (Publizist; Hrsg. des Schwarz-roten KalendAs)
Klaus Hugler (Egidy-Experte)
Stefan Körbel (Lieder aus der 1848er Revolution) - angefragt

DJs Fight da Power & C. Rack (klassischer Politrock + Klassiker des politischen Liedes)

Außerdem:
Ausstellung über die Geschichte des A-Laden
Anarchistischer Büchertisch

Veranstaltet vom:
A(narchistischen)-Laden Berlin, Rathenower Str. 22, 10559 Berlin, Tel / Fax: 030 / 3946167
Homepage: www.a-laden.org, Email: a-laden@free.de

Programm:
Der singende Tresen spielt Sperrstundenmusik, eine Mischung aus Rock, Blues, Jazz und Folk (Klezmer).

Geigerzähler geigte früher für die Punkband Köterkacke und wandert nun auf Solopfaden. Er spielt Geigenpunk mit sozial-revolutionären, kritischen Texten.

Ralf Landmesser (Schwarz-roter Kalenda) liest sozialrevoluzzerische Gedichte und Texte aus eigener Produktion.

Dr. Seltsam, der einzig Gebildete unter den Marxisten, liest die lustigsten Polemiken von Marx-Engels-Lenin-Stalin und Mao gegen den Anarchismus sowie die Schrift Erich Mühsams "Die Vereinigung des Proletariats im Bolschewismus".

Pat (Sabotabby; Grave Concern), langjähriger Musiker und Mitglied in der unionistischen Gewerkschaft Industrial Workers of the world (IWW), spielt und singt alte Wobbly-Hymen und Working Class-Hits.

Klaus Hugler, Biograph von Egidy, stellt in einer szenischen Lesung - "Ein Edelanarchist in Moabit" - den Anarchisten Moritz von Egidy vor.

Andreas Hansen (Hrsg. vom "Gegner") und Bert Papenfuß (DDR Oppositioneller, Schriftsteller ) tragen "Die Geschichte des "Gegner" von 1919 bis 1933" vor

DJ Fuck da System und DJ C. Rack legen tanzbaren Politrock und Klassiker des internationalen politischen Liedes auf.

Veranstaltungsort:
Slaughterhouse (Kulturfabrik), Lehrter Str. 35.
Verkehrsverbindung: S Hauptbahnhof Lehrter Str. + Bus 340 bis Kruppstr.
U-Turmstr.
U. Birkenstr.
U-Reinikendorf + Bus 127 / 227 / 340
/ n27 bis Perleberger Brücke

30. August 2003, Samstag

15 Uhr, Amberg

  Rassistischer Mord in Amberg - Gedenkdemo
Anschließend Gedenkzug mit Abschlusskundgebung am Marktplatz
Am 07. September 1995 wurde der homosexuelle Klaus-Peter Beer von zwei rechtsextremen Ambergern auf brutalste Art und Weise misshandelt und anschließend in der Vils ertränkt. Wir wollen diesen rassistischen Mord nicht vergessen und die Erinnerung an das Opfer wach halten. Denn auch in Amberg hat zu gelten: Keinen Fußbreit den Faschisten! Erscheint zur Demo am 30. August!
In der Nacht zum 7. September jährt sich der sogenannte Vilsmord zum achten Mal.
Damals traf ein Busfahrer im Amberger Rock-Cafe zwei junge Männer und spendierte ihnen mehrere Biere. Er ahnte nicht, dass es sich bei den beiden um die gewaltbereiten Skinheads Richard Lorenz und Dieter Müller aus der Amberger Neonazi-Szene handelte. Als diese feststellten, dass Klaus-Peter Beer homosexuell war, fassten sie den Entschluss, "es dem Schwulen zu zeigen". Danach gingen sie mit dem Opfer zum Vilssteg, wo ihn Richard Lorenz niederschlug. Anschließend traten beide mit Springerstiefeln auf Kopf und Körper von Klaus-Peter Beer ein. Als dieser bewusstlos war, warfen sie ihn in die Vils, wo er ertrank.
Die beiden Täter wurden gefasst und in einem Gerichtsverfahren zu acht Jahren Jugendhaft, bzw. zu zwölf Jahren Haft wegen Totschlags "sehr nahe am Mord" verurteilt.
Über den Vilsmord wurde damals bundesweit berichtet. In Amberg kam keine Diskussion über Neonazismus und Rassismus zustande.
Gerade in der Provinz muss gelten: Keinen Fußbreit den Faschisten! Kommt deshalb zur Demo nach Amberg.
e-Mail:: kontakt@list-amberg.de
Homepage:: http://www.list-amberg.de
10. bis 13. Juli 2003 Geretsried bei München
  Libertäres Camp Geretsried 2003
»Liebe Libertäre, Anarchistinnen und Anarchieinteressierte sowie freiheitsliebende Menschen aus Südbayern und anderswo!«
Wir wollen uns an diesem schönen Ort im Walde treffen um:
- uns besser kennenzulernen, Kontakte und Freundschaften zu knüpfen,
- mehr über anarchistische Theorie und Praxis zu erfahren,
- Unsere freiheitlichen Gedanken gemeinsam weiterzuentwickeln,
- zu beraten, wie wir in den nächsten Jahren praktischen Widerstand gegen Krieg und Ausbeutung leisten und grössere Freiräume und ein besseres Leben für uns und alle (netten) Menschen erkämpfen werden.
Es werden verschiedene Referate und Diskussionsveranstaltungen stattfinden, abends gibts auf der Freilichtbühne Live-Musik und einen Film über Anarchisten im spanischen Bürgerkrieg.
Folgende thematische Schwerpunkte sind von uns vorbereitet:
- Einführung in den Anarchismus
- Aus der Geschichte des Anarchismus kritisch lernen
- Perspektiven des Anarchismus heute
- Anarchistische Prinzipien im Alltag leben
- Dante Darwin: 5 Stunden sind genug
- Anarchafeminismus
- Geschichte der Alternativbewegung und der Alternativprojekte mit kritischer Betrachtung
- Auseinandersetzung mit der dogmatischen und autoritären Linken am geschichtlichen Beispiel
- Medien - Internet - anarchie.de (Praktische Anleitung wie veröffentlicht man was mit dem Redaktionssystem)
- Medien - Videogruppe, wir drehen eine Werbefilm für die Anarchie - wird dann als Werbung in verschiedenen Kinos gezeigt
- Anarchismus und die Gewerkschaftsfrage
- Anarchie und Esotherik/Spiritualität
- Anarchie und Materialismus
- Sport, Gymnastik, Tanz
- Selbstverteidigung
- Büchertisch
Wenn Ihr kommen wollt, dann teilt uns doch bitte mit:
- welche Punkte Euch interessieren,
- welche nicht
- Eure eigenen Themenvorschläge und wer bereit ist auch selber was thematisch vorzubereiten, damit wir den 'Stundenplan' besser abstimmen können.

Zum Organisatorischen:
Geretsried ist in der Nähe von München, etwas ausserhalb des S-Bahn-Bereiches
Vorhanden ist Platz zum Campen, sowie Schlafsäle, Möglichkeiten zum Kochen, Waschen usw. Grosses Gelände, einsame Waldlichtung mit Freilichtbühne, also auch Möglichkeiten zu Krachmachen usw.
Unkostenbeiträge sind freiwillig - Erwachsene mit Einkommen schicken uns aber bitte eine Anmeldegebür von 10 EUR, damit das Ganze etwas verbindlicher wird - die Kohle geht dann in die Essenskasse.
Schickt uns bitte wenn möglich Eure Email-Adresse mit, dann setzen wir Euch auf die Mailingliste. So können wir uns schon vorher über unsere Interessen austauschen und die Diskussionen thematisch vorbereiten.

Anmeldeadresse:
Per email: camp@anarchie.de
Per Post: Benedikt Huber,
Nymphenburger Str. 145
80636 München
Webseite: http://www.anarchie.de/main-25739.html oder einfach http://www.anarchie.de und auf der Titelseite den link "Libertäres Camp" klicken.
Kontonummer für die Anmeldung:
gebe ich an dieser Stelle in Kürze bekannt Kommt alle, wir freuen uns riesig!

Liebertäre Grüsse,
Eure l-camp Gruppe sowie Anarchisten-Rätekommunisten München, FAU München, Anarchie heute (http:/www.anarchie.de)

1.bis 10. August 2003 Lutter am Barenberge
  A-Camp
Juni A(narchistischer) Laden, Rathenower Str. 22, 10559, Berlin, www.a-laden.org
  A-Laden-Programm im Juni:

So., 8.Juni, ab 16h:
Plenum libertärer Elemente BerlinS (PLEBs)
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Do., 12. Juni, ab 20h:
Anarchistisches Literaturcafé
"Der Austrofaschismus"
In Österreich bestand von 1932 bis 1938 (dem "Anschluß") eine spezielle Variante des Faschismus zwischen Italien (Mussolini=Duce) und Deutschland (Hitler). Teilweise waren die HitleranhängerInnen in Österreich wegen eines Putschversuches verboten.
Dennoch bereiteten sie, durchtränkt von einem fürchterlichen Antisemitismus, als ein Gemisch von Klerikal-"Gemäßigten", Heimwehrleuten bis hin zum braunen Mob den "Heim-ins-Reich"-Weg vor.
[Vortrag + Diskussion]
Außerdem gibt es vegetarische VoKü (Kaiserschmarn).
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Do., den 26. Juni, ab 20h:
"Anarchismus und Science Fiction"
Jenseits vom primär unpolitischen Mainstream der Science Fiction-Literatur sind in den vergangenen Jahren auch Romane und Kurzgeschichten mit eindeutig anarchistischem Background und Thematik erschienen.
beispielhaft für anarchistische Science Fiction Literatur werden die beiden Romane "Planet des Ungehorsams" und "Planet der Habenichtse" vorgestellt.
[Buchvorstellung]

14.06.03 Nürnberg
  Wir vom ABC Nürnberg bitten alle AnarchistInnen/AnarchosyndikalistInnen aus Süddeutschland um dringende Solidarität,um den Aufmarsch der faschistischen NPD in Nürnberg am 14.06.03 zu verhindern.
Die Nazis treffen sich um 13:00 Uhr am Aufsessplatz in Nürnberg (U-Bahn Linie 1 ab Nürnberg HBf Richtung Nürnberg-Langwasser) um dann ab ca. 14:00 Uhr durch die Nürnberger Südstadt,einem Stadtteil,wo viele MigrantInnen und sozial schwache Menschen wohnen,zu marschieren.
Kommt massenhaftmit Euren Bannern (Schwarze;schwarz/rote) und bringt eine Menge Power mit,denn die Bullerei plant,den Nazis gewaltsam den Weg zu bahnen.
Vier Veranstaltungen im Mai 2003 21 Uhr im FAU-Lokal, Straßburger Straße 38 10405 Berlin, Nächste U-Bahn: U2 Senefelder Platz
  Freie ArbeiterInnen Union (FAU-IAA)
faub@fau.org + www.fau.org/og/berlin
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Anfang: jeweils um 2l Uhr

Freitag, den 2. Mai
Die historische Entwicklung der Rätebewegung und Vorgeschichte des
Syndikalismus in Deutschland
Referat von Jakob + Diskussion

Die Wurzeln des Syndikalismus im deutschsprachigen Raum kann man bis zu den
Platzdeputierten der Maurer und Zimmerer im Mittelalter zurückverfolgen. Die
versammlungsdemokratischen Interessenvertretung während der
Sozialistengesetze von 1878 bis 1890 spielten eine besondere Rolle. In
dieser theoretischen wie praktischen Tradition standen die "Lokalisten" im
Widerspruchzur sozialdemokratischen Gewerkschaftszentrale ihrer Zeit, aber
es war noch ein langer Weg zum Anarchosyndikalismus. Die Soldaten(-Marine)-
Räte und die Berliner Obleute legten den Grundstein zur Novemberrevolution
1918.

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Freitag, den 9. Mai
Wem nutzt der Krieg in Tschetschenien?
Referat von Igor Hergenröther + Diskussion

Der in Berlin lebende russlanddeutsche Anarchist und Autor Igor Hergenröther
erzählt über die Sprengstoffanschläge auf Wohnhäuser in Moskau und den Krieg
der russischen Armee in Tschetschenien - einen alten Krieg, dessen
Grausamkeiten auch Lew Tolstoi vor 150 Jahren beschrieb. Wie hängen die
neueren Entwicklungen mit dem Machtantritt des russischen Präsidenten Putin
zusammen, und wem nutzt letztendlich der Krieg?

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Freitag, den 16. Mai
Die Menschenfreunde in zerlumpten Hosen
Lesung + Diskussion

Robert Tressell, ein Maler irischer Abstammung, schrieb seinen Bauarbeiter-
Roman "Die Menschenfreunde in zerlumpten Hosen" Anfang des 20. Jahrhunderts
in Südengland. Das britische Empire ist in einer Wirtschaftskrise, unter den
Arbeitern, gerade auch auf dem Bau, ist das Elend groß und die Perspektive
abhanden gekommen. Auch Tressell selbst muss meist den Quast schwingen statt
die künstlerischeren Arbeiten machen zu können. Er beschreibt, wie die
Arbeiter mit dem Elend umgehen, wie sie betrogen und unterdrückt werden,
warum das so ist und wie langsam die Perspektive einer gesellschaftlichen
Umwälzung wieder in den Blick rückt. Der Titel des Buchs deutet schon an,
dass die Arbeiter hier nicht hochgelobt werden, sondern sich harte Kritik
gefallen lassen müssen - von einem der ihren! Die offensichtlichen
Parallelen zu heute werfen Fragen auf, wieso wir uns Ähnliches hundert
Jahre später immer noch gefallen lassen...

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Freitag, den 23. Mai
Manzanares - Verbindung von Kommuneleben und Anarcho-Syndikalismus
Vortrag + Diskussion

"Wir sind eine anarcho-syndikalistische Kommune. Bei uns ist jede Woche wer
anders König" beantwortet ein Kommunarde in der Monty Python Komödie
"Ritter der Kokosnuß" die Frage von König Arthus nach dem dort wohnendem
König. Was auf den ersten Blick paradox wirkt - eine Form von
selbstverwaltetem Leben mit anarcho-syndikalistischen Kampf zu verbinden -
haben die KommunardInnen von Manzanares für sich aufgelöst. Statt einer
abgeschlossene Insel der Glückseeligkeit zu bilden, mischen sie sich
regelmäßig in aktuelle Kämpfe ein - vor allem in Hinblick auf
antipatriarchaler Ebene. Im Vortrag soll das Projekt vorgestellt und über
ihre Kämpfe berichtet werden. Der Referent hat die Kommune besucht und
eine Weile mit den KommunardInnen zusammengelebt.

Freitag, 16. Mai 2003 19 Uhr: Bibliothek der Freien, Anarchistische Bücherei im Haus der Demokratie, Greifswalder Str. 4, 2. Hof, Raum 1102, 10405 Berlin - Prenzlauer Berg
  Redaktion Espero:
"Erwartet nichts von denen, die euch regieren." John Henry Mackay zum 70. Todestag

Eintritt frei

Mackay wurde Dichter, Schriftsteller, Anarchist und Sänger der Anarchie genannt. Nicht nur aufgrund seines künstlerischen Werks, sondern auch aufgrund seiner politischen Bücher gehört er zu jenen Denkern, die für unsere Zeit eine bleibende Bedeutung besitzen (mehr unter http://www.BibliothekderFreien.de/veranst.html ).

SCHWARZE MONTAGE im Mai 2003 A-Laden Berlin, Rathenower Str. 22, 10559 Berlin-Moabit, Nähe U-Bahn Birkenstraße und Hbf. Lehrter Bahnhof (Bus)
  Libertäre Geschichte und Geschichten in Text und Bild
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5. Mai ab 20:00 Uhr
"Serantini - Leben und Tod eines italienischen Anarchisten" (Buchvorstellung + Video)
Am 5. Mai 1972 wird Franco Serantini am Rande von Auseinandersetzungen zwischen AnarchistInnen mit der Polizei schwer verletzt und festgenommen. Zwei Tage später verstirbt er - gerade 21 Jahre alt. Sein Leben und seine Politisierung, die Corrado Stajano in seinem Buch "Il sovversivo. Vita e morte dell' anarchico Serantini" (deutscher Titel: Der Staatsfeind. Leben und Tod des Anarchisten Franco Serantini, Wagenbach Verlag 1976, vergriffen) nachzeichnet, stehen beispielhaft für das vieler seiner Generation. Im Anschluß wird die Dokumentation "S'era tutti sovversivi" (italienische OF) gezeigt.

12. Mai ab 20:00 Uhr
"Land & Freedom" (Kino-Film) + kritische Einleitung
Auf Grundlage von George Orwells Spanienbericht "Mein Katalonien" hat der Regisseur Ken Loach seine Homage an Spanien gedreht. Ein englischer Kommunist geht nach Spanien, um an Seite der Internationalen Brigaden gegen Putschistengeneral Franco zu kämpfen. Er gerät in die Kreise der linkskommunistischen-"trotzkistischen" POUM und erlebt die Kriminalisierung und Verleumdung dieser Partei durch die StalinistInnen bis hin zu ihrer Zerschlagung nach den sog. Mai-Ereignissen 1937.

19. Mai ab 20:00 Uhr
"Die lange Hoffnung" (Dokuvideo) + Biografische Einleitung
Die Schweizer Linkskommunistin Clara Thalmann und der deutsche Anarcho-Syndikalist Augustin Souchy kämpften beide im Spanischen Bürgerkrieg auf Seiten der Republik gegen den Franco-Faschismus und erlebten die revolutionären Umwälzungen. Sie auf Seiten der POUM, er auf Seiten der CNT / AIT bzw. der deutschen Gruppe DAS. Knapp 50 Jahre nach Beginn des Bürgerkrieges besuchen die beiden zusammen mit dem Freiburger Medienkollektiv noch einmal in hohem Alter ihr Spanien und erinnern sich an Kollektivierungen, die Kämpfe und Gefechte und die Gefühle von damals. Einleitend werden die Biografien der beiden inzwischen verstorbenen ProtagonistInnen dargestellt.

26. Mai ab 20:00 Uhr
Max Hölz - ein Robin Hood des 20. Jahrhunderts? (Vortrag + Dokumentation)
Viele Legenden ranken sich um den Sept. 1933 von Agenten des sowjetischen Geheimdienstes umgebrachten (- als Selbstmord getarnt) Kommunisten. In seinen jungen Jahren war er Mitglied des christlichen Keuschheitsbundes, war 1918/19 als Arbeitslosenrat beim Versuch des Aufbaus eines utopisch-sozialistischen Modells im Vogtland aktiv, nahm an der Niederschlagung des Kapp-Putsches teil und hatte beim ArbeiterInnen-Aufstand 1921 eine militärisch erfolgreiche und führende Rolle. Seine Art des Kampfes war seinen ParteigenossInnen der KPD und der Sowjetunion zu unkonventionell und anarchistisch. Seit 1930 im SU-Exil ausgezeichnet mit dem sowjetischen Rotbannerorden, war der populäre Hölz die kommunistische Hoffnung in einem möglichen Aufstand gegen Hitler.

8. Mai 2003 Do 19 Uhr, A-Laden Berlin, Rathenower Str. 22, 10559 Berlin-Moabit, Nähe U-Bahn Birkenstraße und Hbf. Lehrter Bahnhof (Bus)
  Anarchistisches Literaturcafe:
"Malatesta - Zur Aktualität seiner Anarchismuskonzeption".
In seiner Jugend galt der Medizinstudent Errico Malatesta als einer der Begründer der anarchistischen Bewegung Italiens; beim Trend hin zum Anarcho-Syndikalismus erwies er sich als Verteidiger des "reinen" Anarchismus. Auch heute noch - 80 Jahre nach seinem Tod in Mussolinis Hausarrest - wirken seine Ideen und Vorstellungen in der Anarchistischen Föderation Italiens - FAI - nach. In einem Vortrag wird die Lebensgeschichte Malatestas nachgezeichnet, werden einige Schriften vorgestellt und die aktuellen Bezüge aufgezeigt. Die von M. gegründete und immer noch erscheinende Zeitung UMANITA NOVA (Neue Menschheit) sowie die RIVISTA A sind im A-Laden zu lesen.
14. Mai 2003 Mi 19 Uhr, A-Laden Berlin, Rathenower Str. 22, 10559 Berlin-Moabit, Nähe U-Bahn Birkenstraße und Hbf. Lehrter Bahnhof (Bus)
 

"Spaniens libertäre Kollektive 1936-1938" - Kurze Geschichte der spanischen Revolution von 1936
Vortrag mit Dias
Kollektivierung in Landwirtschaft, Industrie und Öffentlichem Transportwesen, mal widersprüchlich, mal mythenbehaftet: nach 30 Jahren "Vorbereitungszeit" übernahm 1936 bei der Abwehr des Franco-Putsches gegen die Republik die anarchosyndikalistische Gewerkschaft CNT gleichzeitig mit mehr als einer Million Mitgliedern Klein- und Industriebetriebe (wie z.B. den Autobauer Hispano Suiza) und Landwirtschaftsgüter. Jedoch verlief die Kollektivierung nicht wie und im Sinne der damaligen UdSSR in totaler bürokratischer Kontrolle eines staatskapitalistischen Zwangssozialismus, sondern modellhaft in freiheitlicher Vergesellschaftung und Selbstverwaltung durch die Arbeitenden. Im Vortrag wird auf die Sonnen- und Schattenseiten dieser Entwicklung eingegangen.
www.a-laden.org

25. April 2003

Gewerkschaftslokal FAU Berlin, Straßburger Straße 38, 10405 Berlin, U2 Senefelder Platz

  Nach 70 Jahren wieder ein anarchosyndikalistisches Gewerkschaftslokal in Berlin
Am wird die FAU Berlin ihr Gewerkschaftslokal in der Straßburger Straße 38, 10405 Berlin, U2 Senefelder Platz, offiziell eröffnen.
Somit wird es genau 70 Jahre nachdem die Gestapo das Lokal der Freien Arbeiter-Union Deutschlands in der Warschauer Str. 62, Friedrichshain, gestürmt hat wieder einen Ort in Berlin für eine kämpferische gewerkschaftliche Alternative geben.
Was in Ländern wie Frankreich, Italien und Spanien, wo sich in den letzten Jahren größere Basisgewerkschaften entwickelt haben, Normalität ist, wird in Zeiten von Krieg, Hartz, Rürupp und Co. also auch in Berlin ein erstes, kleines und dringend notwendiges Pendant haben.
Wir laden sie herzlich ein, dies mit uns bei einem Glas Sekt zu feiern. Am 25. April wird es ab 19.00 Uhr in unserem neuen Lokal einen Empfang geben. Im Rahmenprogramm wird es eine kurze historische Einführung von Dr. Andreas G. Graf (Gedenkstätte Deutscher Widerstand), eine Vorstellung unserer Branchengruppen (Bildung, Kultur/Medien und andere Berufe), Musik von Pat Blare (Wobbly-Songs, Kanada) und Geigerzähler (kabarettistischer Geigenpunk, Berlin) und einige Filme geben.
Join the Union!
FAU Berlin
10. bis 16. April 2003 im Lichtblick-Kino, Kastanienallee 77, Prenzlauer Berg, Berlin
 

RIO REISER FILMWOCHE
in Kooperation mit dem Rio-Reiser-Archiv und präsentiert von die tageszeitung

Do 10.04.
Rio Reiser - Filmwoche:
18.00 h Die Nacht mit Chandler
19.30 h Total Vereist

Sa 12.04.
Rio Reiser - Filmwoche:
18.30 h Geschichten aus 12 und einen Jahr (in Anwesenheit von Bernhard Käszner, Achim Müller, dem Regisseur Manfred Stelzer u.a.)
20.45 h Total Vereist
22.15 h Die Nacht mit Chandler

So 13.04.
Rio Reiser - Filmwoche:
18.30 h Der 8. Tag (in Anwesenheit von Gert Möbius, dem Bruder Rio Reisers, und anderen Gästen)
20.30 h Total Vereist
22.00 h Die Nacht mit Chandler

Mo 14.04.
Rio Reiser - Filmwoche:
18.30 h Ich bieg dir nen Regenbogen (in Anwesenheit von Gert Möbius, dem Bruder Rio Reisers, und Elser Maxwell)
20.15 h Die Nacht mit Chandler
22.00 h Total Vereist

Di 15.04.
Rio Reiser - Filmwoche:
18.30 h Der 8. Tag
19.45 h Live in der Seelenbinder Halle (in Anwesenheit von Rainer Börner und Lutz Kerschowski)
22.00 h Total Vereist

Mi 16.04.
Rio Reiser - Filmwoche:
19.00 h Ich bieg dir nen Regenbogen
20.15 h Geschichten aus 12 und einen Jahr
22.00 h Total Vereist

DIE FILME

Nacht mit Chandler
von Hans Noever, 1978, mit Agnes Dünneisen, Rio Reiser, Thomas Schücke, Vanila Vilers, Ray Verhaege

Ein Reisefilm, der eine junge Frau auf der Suche nach dem Mörder ihres Bruders zeigt, verfolgt von zwei Jugendlichen, die sie dabei um ihr Geld erleichtern. Tatsächlich beginnt mit Antritt der Reise das Entdecken und Finden ihrer selbst. "Die Nacht mit Chandler" ist von seinem Charakter nah mit der Rockmusik verwandt, wie bei ihr ist ihm das Antreiben und Vorantreiben eine Chance, Fesseln zu sprengen, sich neue Perspektiven aufzutun. Nicht von ungefähr benutzte Noever die Musik von "Ton Steine Scherben" für seinen Film und gab deren Gitarristen, Pianisten und Sänger Rio Reiser eine der drei Hauptrollen.

Total vereist
von Hans Noever, 1980,

"Der neue Film von Hans Noever ist eine skurrile Nummern-Revue voller Gags und Pointen, von denen allerdings nicht jede einzelne zündet. Eine eigenwillige filmische Auseinandersetzung mit deutschdeutschen Zuständen, die zumindest Beachtung verdient.
Hans Noevers neuer Film begnügt sich mit einer Ausnahmesituation: ein Exzentriker ist gestorben, nun versammeln sich in der Berliner Etagenwohnung rund um den aufgebahrten Toten Verwandte und Bekannte. Ihre Ticks, ihre Biographien, ihre Sehnsüchte und aggressiven Wünsche mischen sich nicht nur, sondern steigern sich zu einer destruktiven Orgie. Ein Film voller Anspielungen, die sich sämtlich in Nebensätzen, kurzen Handlungsartikeln verstecken und zu denen frei assoziiert werden darf. Lockerer ist im deutschen Film schon lange nicht mehr fabuliert worden." (Der Tagesspiegel)

Geschichten aus zwölf und einem Jahr
von Stelzer, 1985

Reportage über ehemalige Bewohner des Georg-von Rauch-Hauses.
Der Schönste, mit Raimund Gerz in: epd Film, 5/90
Frankfurt Bahnhofsviertel. Der Schönste, ein obdachloser Geschäftsmann und das Mädchen von der Milchbar, die Thailänderin. Sie braucht einen "falschen" Mann. Er verdächtigt sie, sein Geld gestohlen zu haben. Auf ihrer Spur verwandelt sich sein Verdacht in Zuneigung. Ein Mord geschieht. Der Schönste weiß, wer der Mörder ist, und muß fliehen. Er flieht zu ihr und hofft auf eine Reise in ein fernes Land. Raimund Gerz in: epd Film, 5/90

"Ich bieg' Dir 'nen Regenbogen"
Rio Reiser, Rockpoet. Ein Portrait

Rio Reiser hieß mit bürgerlichem Namen Ralph Möbius, und in den 80er Jahren nannte er sich in seinem erfolgreichsten Rock-Song "König von Deutschland". Er war Gründer, Sänger und Textdichter der legendären "Ton Steine Scherben". "Macht kaputt, was Euch kaputt macht" hieß die erste Single der vierköpfigen Band. Kennzeichen der "Scherben" waren anarchistische Texte, die offen Partei ergriffen für APO und Hausbesetzer. Auch als Schauspieler fand Rio Reiser Beachtung: Für die Titelrolle in "Johnny West" (1977) erhielt er den Bundesfilmpreis. 1985, nach der Trennung von den "Scherben", begann Rio Reiser eine Solokarriere, mit "König von Deutschland" (1986) wurde er bundesweit bekannt.Zusammen mit dem Regisseur Hanno Brühl erzählt Peter Möbius die Geschichte seines Bruders Ralph-Rio. Der Film ist auch eine kleine bundesrepublikanische Zeitreise, vorbei an den letzten Bildern von Jimi Hendrix auf Fehmarn, der kurz nach diesem Konzert starb, vorbei auch an bisher nur im WDR Fernsehen gezeigten Ausschnitten eines Konzertes in Ostberlin kurz vor dem Mauerfall, bei dem das Lied "Zauberland ist abgebrannt" eine neue politische Interpretation durch das Publikum erfuhr. Vor zwei Jahren ist der Rockpoet Rio Reiser im Alter von 46 Jahren gestorben. In dem Film sieht man ihn als das, was er in seinen Liedern war: "Rio der Erste und Sissi die Zweite", Agit-Rocker, Minnesänger, Publikumsliebling, das alles und noch viel mehr.

Live in der Seelenbinder-Halle
Dokumentation des legendären Konzerts von 1987 in Ost-Berlin.